Hohes Fieber, tagelang krank im Bett und danach wochenlang geschwächt: Die echte Grippe ist alles andere als harmlos. Und heuer könnte die Influenza-Welle Kärnten deutlich früher erwischen als in den vergangenen Jahren. Gesundheitsexperten schlagen deshalb Alarm und rufen zur raschen Impfung auf.
"Ab sofort!", antwortet Karin Schorna-Drescher, Leiterin der Kärntner Landessanitätsdirektion, auf die Frage nach dem richtigen Impfzeitpunk laut der "Kleinen Zeitung".
Während die Influenza-Welle im Winter 2024/25 erst im Februar ihren Höhepunkt erreichte, war es im vergangenen Winter bereits zu Weihnachten so weit. Heuer könnte die Grippe noch früher zuschlagen. "Heuer deutet alles darauf hin, dass sie früher auftreten wird", warnt Schorna-Drescher.
Grund für die Sorge sind unter anderem zahlreiche schwere Erkrankungen in Japan sowie das frühe Infektionsgeschehen in Nordamerika und England. Auch das Kärntner Abwassermonitoring, Infektionen bei Reiserückkehrern und erste Fälle in Arztpraxen liefern Hinweise. Noch sind die Erkrankungen in Kärnten vereinzelt. Doch das dürfte sich bald ändern. "Noch registrieren wir die Influenza-Erkrankungen vereinzelt, aber die Welle kommt wie das Amen im Gebet", sagt Allgemeinmedizinerin Maria Korak-Leiter aus Maria Rain.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke. Doch auch junge, gesunde Menschen können durch die echte Grippe schwer getroffen werden.
"Zahlreiche Patienten, die letztes Jahr schwerer erkrankt waren, wollen sich heuer erstmals impfen lassen. Die Sterberate ist bei Personen über 70 Jahren besonders hoch, aber auch junge Menschen leiden, haben tagelang hohes Fieber und sind wochenlang angeschlagen. Ich erwarte in den nächsten Wochen einen Anstieg der Infektionszahlen", erklärt Korak-Leiter. Die Nachfrage nach der Influenza-Impfung ist laut der Ärztin heuer überraschend groß.
In Kärnten wurden im heurigen Herbst bereits 10.000 Influenza-Impfdosen verabreicht. Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) empfiehlt den Stich besonders Kindern, älteren Menschen und chronisch Kranken.
Die Impfbereitschaft steigt: Im Winter 2024/25 ließen sich 8,7 Prozent der Kärntner gegen Influenza impfen. Im vergangenen Winter war es bereits jeder Zehnte. Bei den Risikogruppen lag die Impfquote sogar bei 25 Prozent.
Gute Nachrichten für alle, die sich jetzt schützen möchten: Nach anfänglichen Lieferengpässen sind inzwischen wieder ausreichend Impfstoffe vorhanden.
Die Influenza-Impfung ist für alle Altersgruppen kostenlos. Angeboten wird sie bei niedergelassenen Ärzten, in Gesundheitsämtern, Pflegeheimen, Betrieben und im Magistrat. Für Kinder steht auch ein Impfstoff zur Verfügung, der über die Nase verabreicht werden kann.