"An einem Strang ziehen"

Abgesagter Putsch – jetzt will SPÖ enger zusammenrücken

Es sei vielleicht "ein reinigendes Gewitter gewesen", so Königsberger-Ludwig. Auch SPÖ NÖ-Chef Hergovich gab sich nach dem roten Theater versöhnlich.
Erich Wessely
15.04.2026, 19:46
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Roter Putsch in NÖ abgesagt! Nachdem Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig überraschend angekündigt hatte, den amtierenden nö. SPÖ-Parteichef Sven Hergovich am Landesparteitag am 30. Mai herausfordern zu wollen, war Feuer am Dach.

Hergovich ging daraufhin selbst in die Offensive, rief eine Sitzung des erweiterten Landesparteipräsidiums für Mittwoch, 15 Uhr, ein. Im Vorfeld gab es intensive Gespräche, bis Königsberger-Ludwig schließlich – ebenso überraschend – einknickte und ihre Kandidatur zurückzog.

"Gemeinsam zu einer Lösung gekommen"

"Wir sind gemeinsam zu einer Lösung gekommen", betonte Hergovich nach der Sitzung. Der einstimmige Beschluss aller Bezirksvorsitzenden und Präsidiumsmitglieder: Hergovich wird sich Ende Mai der Wiederwahl als Vorsitzender stellen und als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2028 gehen. Königsberger-Ludwig kandidiert als seine Stellvertreterin: "Meine Intention war niemals, der SPÖ Niederösterreich zu schaden."

"Uns verbindet deutlich mehr, als uns trennt. Nach intensiven und konstruktiven Gesprächen haben wir eine gemeinsame Lösung gefunden und uns darauf verständigt, als gesamte Partei – vom Bund bis zu den Ortsorganisationen – geschlossen an einem Strang zu ziehen", gab sich SPÖ NÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich nach der Sitzung in einem Pressestatement versöhnlich.

"Uns verbindet viel mehr als uns trennt"

Hergovich dankte Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig ausdrücklich für "die konstruktiven und wirklich guten Gespräche" der vergangenen Tage: "Ich danke Ulli Königsberger-Ludwig herzlich für den offenen und lösungsorientierten Austausch. Wir haben unsere unterschiedlichen Zugänge ausgesprochen und zu einer neuen, gestärkten Zusammenarbeit gefunden. Uns verbindet viel mehr als uns trennt."

Ziel sei es, die Zusammenarbeit innerhalb der Partei zu intensivieren und das gemeinsame Band der Sozialdemokratie nachhaltig zu stärken. "Wir haben uns darauf verständigt, dass Bundespartei, Landespartei, Bezirksorganisationen und Ortsgruppen noch enger zusammenarbeiten. Wir alle wollen miteinander arbeiten und Verantwortung übernehmen", betonte Hergovich.

"Brücken bauen, statt zu spalten"

Gesundheitsstaatssekretärin Königsberger-Ludwig sagte: "Unsere Aufgabe ist es, Brücken zu bauen, statt zu spalten. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen bewältigen und die Sozialdemokratie in Niederösterreich und Österreich stärken."

Sie zeigte sich nach der Sitzung überzeugt: "Die Einbindung der Bezirke wird deutlich gestärkt. Die Bezirksorganisationen werden enger in Entscheidungen eingebunden, weil klar ist: Eine starke Partei entsteht nur, wenn alle Ebenen – von den Ortsgruppen bis zur Landespartei – gemeinsam arbeiten und gehört werden."

Königsberger-Ludwig zu den Beweggründen für ihre geplante Gegenkandidatur: "Meine Intention war stets, die SPÖ Niederösterreich zu stärken und einen Beitrag zu einer noch besseren Zusammenarbeit zu leisten. Es ist bedauerlich, dass eine mögliche Kandidatur über die Medien bekannt wurde und deshalb für Unruhe in der Partei gesorgt hat. Gespräche wie ursprünglich geplant waren so nicht möglich. Diese wurden in den letzten Tagen intensiv geführt. Jetzt ist wichtig, dass ein gemeinsamer Weg gefunden wurde. Nur wenn wir an einem Strang ziehen und in die gleiche Richtung gehen, können wir erfolgreich sein."

"Vielleicht ein reinigendes Gewitter gewesen"

In den letzten Wochen und Monaten sei immer wieder wer an sie herangetreten, dass die Situation in der SPÖ Niederösterreich schwierig sei, daher sei ihr Entschluss gereift, zu kandidieren, jetzt also der Rückzieher: "Es ist vielleicht ein reinigendes Gewitter gewesen."

"Zeit noch nicht reif"

Der Zeitpunkt für zwei Kandidaten bei einer Wahl sei "eigentlich normal in einer Demokratie, vielleicht ist die Zeit dafür noch nicht reif". Es sei ihr nie "um meine Person gegangen", sondern sie habe sich immer "für die Werte eingesetzt".

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