Frost, Streusalz und Schlaglöcher setzen dem Auto im Winter zu. Deshalb werben viele Werkstätten mit einem Frühjahrscheck, bei dem Reifen, Bremsen, Beleuchtung und Flüssigkeiten geprüft werden. Grundsätzlich ist das sinnvoll - doch der ADAC warnt vor einer möglichen Kostenfalle.
Immer wieder berichten Autofahrer, dass bei solchen Checks plötzlich angebliche Defekte entdeckt werden. Die Werkstatt bietet dann direkt an, den Schaden sofort zu beheben - oft mit dem Hinweis auf angebliche Dringlichkeit oder Probleme mit der Verkehrssicherheit. So können schnell Reparaturen im vierstelligen Bereich anfallen.
Wie chip.de berichtet, rät der ADAC deshalb zur Vorsicht: Prüfung und Reparatur müssen klar getrennt bleiben. Der Auftrag für den Frühjahrscheck bezieht sich nur auf die Untersuchung - daraus entsteht nicht automatisch ein Reparaturauftrag.
Misstrauisch sollte man werden, wenn man direkt vor Ort zu einer schnellen Entscheidung gedrängt wird. Der ADAC empfiehlt, sich den angeblichen Schaden zeigen zu lassen und bei größeren Reparaturen einen Kostenvoranschlag einzuholen. Eine zweite Werkstatt oder eine neutrale Prüfstelle kann den Befund dann bewerten.
Wichtig zu wissen: Auch eine mündliche Zusage kann bereits als Reparaturauftrag gewertet werden. Wer skeptisch ist, sollte daher keinen Auftrag erteilen - auch nicht "nur schnell zur Sicherheit".
Der ADAC empfiehlt, alle Absprachen schriftlich festzuhalten und eine Kostenhöchstgrenze zu vereinbaren. Nur ein schriftlicher Kostenvoranschlag ist für die Werkstatt verbindlich. Wird dieser um mehr als 15 bis 20 Prozent überschritten, muss die Werkstatt vorher informieren.
Wer besonders neutral beginnen will, kann den Check bei einer Prüfstelle durchführen lassen, die selbst keine Reparaturen anbietet. Das nimmt den Verkaufsdruck aus der Situation.