Sonntag bringt Wahlbeben

AfD greift nach der Absoluten – Schicksals-Wahl in DE

Sachsen-Anhalt wählt einen neuen Landtag. Ein historischer AfD-Erfolg könnte die politische Landschaft Deutschlands verändern.
Newsdesk Heute
06.09.2026, 07:00
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Ganz Deutschland (und Europa) blickt am Sonntag nach Sachsen-Anhalt. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr, um 18 Uhr gibt es die erste Prognose.

Doch diesmal geht es um weit mehr als die Frage, wer künftig in Magdeburg regiert. Die Wahl könnte zu einer historischen Zäsur für die Bundesrepublik werden.

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Der Grund: Die AfD geht als haushoher Favorit in den Wahltag. In der jüngsten Projektion der Forschungsgruppe Wahlen kommt sie auf 41 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze liegt mit 23 Prozent weit dahinter. Andere Erhebungen sahen die AfD zuletzt sogar bei bis zu 43 Prozent.

Damit ist nicht nur Platz eins für die AfD möglich. Selbst eine absolute Mehrheit der Sitze ist zumindest rechnerisch nicht völlig ausgeschlossen. Entscheidend wird dabei auch, wie viele kleinere Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die Forschungsgruppe Wahlen hält eine absolute AfD-Mehrheit allerdings für eher unwahrscheinlich.

Historischer Erfolg möglich

Schon ein klarer Wahlsieg wäre bemerkenswert. Bei der Landtagswahl 2021 landete die AfD noch deutlich hinter der CDU. Nun könnte sie ihr damaliges Ergebnis annähernd verdoppeln.

Noch größer wäre die politische Sprengkraft, sollte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund tatsächlich Ministerpräsident werden. Es wäre das erste Mal, dass die AfD einen Regierungschef in einem deutschen Bundesland stellt.

Der 36-jährige Siegmund hat im Wahlkampf keinen Zweifel an seinem Ziel gelassen: Die AfD will nicht nur stärkste Kraft werden, sondern Sachsen-Anhalt regieren. Der Landesverband wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

CDU stürzt in Umfragen ab

Für die CDU könnte der Sonntag dagegen bitter werden. Nach dem Rückzug des langjährigen Ministerpräsidenten Reiner Haseloff führt erstmals Sven Schulze die Partei in eine Landtagswahl.

Der Abstand zur AfD ist gewaltig. Dennoch gibt es für Schulze einen Hoffnungsschimmer: Bei der direkten Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten liegt der CDU-Politiker vor Siegmund.

Und Sachsen-Anhalt hat schon einmal gezeigt, wie vorsichtig Umfragen zu behandeln sind. 2021 sagten manche Erhebungen ein knappes Rennen zwischen CDU und AfD voraus. Am Ende gewann Haseloffs CDU überraschend deutlich. Wahlforscher halten eine Wiederholung dieses Effekts diesmal allerdings für weniger wahrscheinlich.

Kleine Parteien werden entscheidend

Besonders spannend wird der Kampf um die Fünf-Prozent-Hürde. Laut jüngster Projektion liegen die Grünen bei sechs Prozent und wären damit im Landtag. Das BSW kommt auf vier Prozent, die FDP nur auf drei Prozent. Linke und SPD liegen mit 11,5 beziehungsweise 8,5 Prozent darüber.

Wer tatsächlich den Einzug schafft, entscheidet über die Machtverhältnisse. Je mehr Stimmen an Parteien unter fünf Prozent gehen, desto weniger Stimmenanteil kann für eine absolute Mehrheit der Sitze nötig sein.

Genau deshalb könnte am Sonntagabend plötzlich eine Frage im Raum stehen, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar gewesen wäre: Kann die AfD Sachsen-Anhalt alleine regieren?

Signal an Kanzler Merz

Die Folgen würden weit über Magdeburg hinausreichen. Ein AfD-Sieg mit mehr als 40 Prozent wäre auch ein schwerer Schlag für die CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz.

Merz ging einen Tag vor der Wahl noch einmal offensiv auf Distanz zur AfD. Die CDU lehnt eine Zusammenarbeit mit der Partei weiterhin ab. Gleichzeitig könnte ein stark zersplitterter Landtag die Bildung einer Regierung ohne AfD ausgesprochen schwierig machen.

Damit wird Sachsen-Anhalt am Sonntag zum politischen Testfall für ganz Deutschland: Wie stark kann die AfD werden – und welche Mehrheiten bleiben den anderen Parteien noch?

Ab 18 Uhr gibt es die erste Prognose. Dann wird klar, ob Sachsen-Anhalt tatsächlich deutsche Politikgeschichte schreibt. "Heute" wird berichten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.09.2026, 07:00