Nach einer Rekordzeit von 24 Stunden und 24 Minuten in der Luft ist ein für extrem lange Strecken umgebauter Airbus A350 in Frankreich gelandet. Das Flugzeug hat am Dienstag seinen 23.076 Kilometer langen Testflug von der australischen Millionenstadt Melbourne nach Toulouse beendet.
Die australische Fluglinie Qantas will das Flugzeug ab dem kommenden Jahr für Direktflüge nach Europa einsetzen. Ab Oktober 2027 will die Fluglinie von Sydney direkt nach London und wieder retour fliegen.
Später sollen auch Direktflüge von Sydney nach New York dazukommen. Dafür kauft das Unternehmen insgesamt zwölf A350-1000ULR, wobei ULR für "ultra long range" (Ultralangstrecke) steht. Ein zusätzlicher Tank mit 20.000 Litern macht diese Rekordstrecken überhaupt erst möglich.
Beim ersten Testflug von Toulouse nach Melbourne hat das Flugzeug rund 17.000 Kilometer in 19 Stunden und zwölf Minuten zurückgelegt. Auf dem Rückflug hat die Maschine nun eine mögliche Route für echte Passagierflüge simuliert – über drei Kontinente und zwei Ozeane, und das durch zwei Sonnenaufgänge und zwei Sonnenuntergänge.
An Bord waren acht Mitglieder aus dem Testteam des Flugzeugbauers, zwei Qantas-Piloten und zwei Airbus-Ingenieure. Während des Flugs haben sie die nötigen Anpassungen für den zusätzlichen Tank, das Belüftungssystem und Änderungen, die den Lärmpegel für die Passagiere senken sollen, überprüft.
Qantas plant schon seit neun Jahren Direktflüge nach Europa, hat das Vorhaben aber immer wieder verschoben. Die längste kommerzielle Flugroute der Welt verbindet derzeit Singapur und New York. Eine andere A350-Variante der Fluglinie Singapore Airlines fliegt diese 15.350 Kilometer lange Strecke in mehr als 18 Stunden.