Gefesselt und geknebelt

Trump schiebt Ehepaar ab, jetzt ist es ermordet worden

Nach der Abschiebung aus den USA wurden ein Ehepaar in Guatemala tot aufgefunden. Die Ermittlungen werfen Fragen zur US-Abschiebepraxis auf.
Newsdesk Heute
28.07.2026, 22:10
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Die guatemaltekische Nationalpolizei hat gegenüber lokalen Medien bestätigt, dass die beiden Erwachsenen gefesselt und geknebelt aufgefunden wurden. Beide zeigten Spuren von körperlichen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen Mordverdachts. Wie NTV berichtet, hatte sich die Frau erst vor wenigen Wochen freiwillig dazu entschlossen, mit ihren Kindern nach Guatemala zurückzukehren.

Ihr Mann war bereits im vergangenen Jahr von der US-Einwanderungsbehörde ICE abgeschoben worden. Laut NPR gab es keinen Haftbefehl gegen den 43-Jährigen, aber er hatte keine Aufenthaltsgenehmigung für die USA. Der Bruder des Opfers, der gemeinsam mit ihm im April 2025 abgeschoben wurde, erzählte dem Sender, dass sie damals vor Gewalt und Armut aus Guatemala in die USA geflohen sind.

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Ein Sprecher der ICE-Behörde behauptete, dass der Guatemalteke zweimal wegen Trunkenheit am Steuer auf Bewährung verurteilt worden sei. Laut NPR gibt es aber keine entsprechenden Einträge in der Gerichtsdatenbank des Bundesstaats Missouri, die das bestätigen würden. Die 25-jährige Frau blieb nach der Abschiebung ihres Mannes zunächst mit den Kindern in den USA und brachte im Juni 2025 ihre dritte Tochter zur Welt.

"Für sie spielt das keine Rolle"

Sie arbeitete in zwei Jobs, um die Familie durchzubringen. Wegen des finanziellen Drucks und aus Angst vor einer Festnahme durch ICE entschied sie sich aber, trotz eines noch laufenden Asylverfahrens, ihrem Mann mit den Kindern nach Guatemala zu folgen. Jetzt sind beide Eltern tot.

"Hätte die Einwanderungsbehörde meinen Bruder nicht festgenommen, wäre meine Schwägerin noch am Leben, und die Kinder müssten diesen Kummer nicht durchmachen", sagt der Bruder des getöteten Mannes, der sich nun um die drei Mädchen kümmert. "Leider sieht die Einwanderungsbehörde – die US-Regierung – das nicht so. Für sie spielt das keine Rolle."

Der tragische Fall sorgt auch in den USA wieder für Kritik an der Abschiebepraxis der Regierung. Präsident Trump betonte immer wieder, dass sich seine Behörden bei Abschiebungen auf gewalttätige Straftäter konzentrieren. Ein US-Medienbericht zeigt aber, dass diese Gruppe seit Trumps zweitem Amtsantritt nur drei Prozent der Abgeschobenen ausmacht.

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