Pulver, Kapseln und Co.

AK warnt – Pillen-Hype bei Österreichs Jugend

Eine neue AK-Studie zeigt: Immer mehr junge Menschen in Österreich greifen zu Nahrungsergänzungsmitteln. Experten warnen vor Überdosierungen.
21.10.2026, 17:13
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Vitamine für die Gesundheit, Proteinpulver für die Muskeln und Kreatin für mehr Leistung: Nahrungsergänzungsmittel boomen bei Österreichs Jugend. Doch was gesund klingt, kann auch gefährlich werden. Eine neue Untersuchung der Arbeiterkammer (AK) zeigt jetzt, wie weit der Pillen-Hype bereits geht.

Zwei Drittel greifen zu Präparaten

Für die Untersuchung befragte die Österreichische Gesellschaft für Ernährung im Auftrag der AK insgesamt 569 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren. Besonders bemerkenswert: Bereits jeder zweite 14- bis 17-Jährige greift zu Vitaminen, Pulvern oder Kapseln. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es sogar drei von vier.

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Und es bleibt oft nicht bei einem einzigen Produkt. Wer Nahrungsergänzungsmittel verwendet, nimmt im Schnitt Präparate aus vier verschiedenen Kategorien. Einzelne Befragte nannten sogar bis zu 14 unterschiedliche Produkte.

AK warnt vor gefährlichen Überdosierungen

Experten sehen bei der Einnahme vieler verschiedener Nahrungsergänzungsmittel ein großes Problem, weil man dadurch schnell den Überblick über die tatsächlichen Mengen der Inhaltsstoffe verliert.

Besonders bei Koffein, Magnesium, Vitamin D und Zink können sich die Mengen aus unterschiedlichen Produkten summieren. Die möglichen Folgen einer längerfristigen Überdosierung sind teilweise noch nicht ausreichend erforscht.

Millionengeschäft mit Trends und Vitaminen

Der Hype um Nahrungsergänzungsmittel ist längst ein Millionengeschäft. Allein mit Vitaminen und Mineralstoffen wurden in Österreich 2025 rund 143 Millionen Euro umgesetzt. Vor 10 Jahren waren es noch 91 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von rund 57 Prozent.

Angeheizt wird der Boom auch durch Online-Plattformen. 38 Prozent der Befragten informieren sich über Social Media und das Internet. Die AK warnt vor unseriösen Gesundheitsversprechen und fordert strengere Kontrollen der Online-Werbung, denn TikTok und Co. dürfen den Arzt nicht ersetzen.

nibu, 21.10.2026, 17:13