Wildtierschützer in Simbabwe, Flugzeugreiniger, Bodenleger, Lkw-Fahrer und Schauspieler: Edwin C. hat in seinem Leben schon einiges erlebt. Doch dann geriet sein Berufsleben ins Stocken. Nachdem er seinen Lkw-Führerschein verloren hatte, konnte er seinen bisherigen Job nicht mehr ausüben. Es folgten die Arbeitslosigkeit. Heute sitzt der gebürtige Simbabwer wieder hinter dem Steuer – und hat einen Job gefunden, der ihm richtig Freude macht.
Seinen bisherigen Lebenslauf bezeichnet Edwin selbst als "Abenteuer". Er war in den unterschiedlichsten Berufen tätig. Auch die Musik spielt in seinem Leben bis heute eine große Rolle: Als leidenschaftlicher Sänger stand er zuletzt sogar in Amsterdam und Tschechien auf der Bühne.
Doch beruflich lief es nicht immer rund. Eineinhalb Jahre lang suchte er nach einer neuen Anstellung nachdem er seinen Lkw-Führerschein verlor. Es war eine schwierige Zeit, in der er auch den Verlust eines langjährigen Freundes verkraften musste.
Schließlich fand Edwin Unterstützung bei Job-TransFair, einem sozialen Unternehmen, das Menschen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben begleitet. "Meine Betreuerin hat mich motiviert und so bin ich wieder ins System hineingekommen", erzählt der 56-Jährige.
Neben umfassender Beratung und Betreuung absolvierte er auch ein Arbeitstraining in der "Kümmerei". Zwischenzeitlich war er als Hausarbeiter tätig. Seine Betreuerin Birgit Kleinlercher, Personalberaterin bei Job-TransFair, begleitete ihn auf diesem Weg. "Er hat nie aufgegeben", erzählt sie. Edwin habe immer weiter an sich gearbeitet und es geschafft, auch persönliche Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen.
Schließlich ergab sich eine neue Chance: Beim Verkehrsunternehmen Gschwindl wurde eine Stelle als Fahrtendienstlenker frei. "Wir haben uns alle sehr gefreut, als sich der Job aufgetan hat. Das war genau seins", erinnert sich Kleinlercher.
Heute ist der 56-Jährige wieder beruflich auf Wiens Straßen unterwegs. Als Fahrtendienstlenker kann er seine Freude am Fahren mit der Arbeit mit Menschen verbinden. Er bringt beeinträchtigte Menschen und Schülerinnen und Schüler von A nach B. "Der Job macht mir irrsinnig Spaß. Leuten zu helfen ist etwas Schönes und ein Plus an der Arbeit", freut sich Edwin.
Wie wichtig Unterstützungsangebote sind, zeigte sich auch am Dienstag bei der Jobmesse "Perspektive 2026" im Wiener MAK. Unter dem Motto "Expedition Arbeitsmarkt" präsentierten soziale Unternehmen Möglichkeiten, wie Menschen nach längerer Arbeitslosigkeit wieder eine Beschäftigung finden können. "Oft gibt es Vorbehalte gegenüber Angeboten, aber sie sind sehr wertvoll für die Integration in den Arbeitsmarkt. Wir haben immer hohe Erfolgsquoten, wenn jemand sich intensiv beraten lässt", sagt AMS-Wien-Geschäftsführer Winfried Göschl.
Besonders ältere Arbeitssuchende haben es schwer: Laut AMS waren im September 2026 in Wien 36.551 Menschen über 50 Jahre auf Jobsuche. Insgesamt galten 26.482 Wiener als langzeitbeschäftigungslos. "Wir können und wollen es uns nicht leisten, wertvolle Potenziale und Fähigkeiten liegen zu lassen", betont auch Marko Miloradović, Geschäftsführer des Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds (waff). Mit Angeboten wie der Joboffensive 50plus, Jobs PLUS Ausbildung und der Joboffensive für Jugendliche sollen Arbeitssuchende gezielt unterstützt werden.