Experten schlagen Alarm

Akute Waldbrandgefahr – in Wien gilt höchste Vorsicht

Die anhaltende Trockenheit bringt Wiens Wälder in eine gefährliche Lage. Experten warnen vor einer akuten Brandgefahr.
Wien Heute
18.07.2026, 09:22
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Die anhaltende Trockenheit bringt Wiens Wälder an ihre Grenzen. Weil es im Frühjahr kaum geregnet hat und auch die Niederschläge der vergangenen Tage keine nachhaltige Entspannung gebracht haben, ist die Waldbrandgefahr derzeit besonders hoch. Experten sprechen in manchen Regionen bereits von einer kritischen Situation.

Vor allem Nadelwälder gelten aktuell als besonders gefährdet. Günther Annerl von der Magistratsabteilung Forst- und Landwirtschaftsbetrieb (MA 49) bezeichnet im Gespräch mit ORF Wien die Lage in einzelnen Gebieten als "wirklich dramatisch". Doch auch Laubwälder seien durch die anhaltende Trockenheit "massiv gefährlich".

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Wälder und Berggebiete betroffen

Der Grund: Die heftigen, aber kurzen Regenfälle konnten kaum in den ausgetrockneten Boden eindringen. Laut MA 49 sorgen die fehlende Winterfeuchte und das trockene Frühjahr für "enormen Stress" im Wald. Besonders problematisch ist derzeit die große Menge an trockenem Laub und Nadeln am Waldboden. Dieses leicht brennbare Material kann sich bereits durch Funkenflug rasch entzünden. Nach Angaben der Landesforstinspektion (LFI) ist unter anderem die gesamte Donauinsel stark ausgetrocknet.

Nicht nur die Wiener Wälder stehen unter Druck. Auch wichtige Quellenschutzgebiete wie das Rax- und Schneeberggebiet sowie das Hochschwabmassiv südwestlich von Wien sind derzeit stark betroffen. Die Trinkwasserversorgung der Stadt wäre im Brandfall zwar gesichert, allerdings könnte der Wald seine wichtige Filterfunktion für Niederschlagswasser nicht mehr ausreichend erfüllen.

Feuerwehr sieht sich gerüstet

Durch den Klimawandel werden Hitzewellen laut Wissenschaftlern länger, intensiver und häufiger. Christian Feiler, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr Wien, geht deshalb davon aus, dass auch die Waldbrandgefahr künftig über längere Zeiträume bestehen wird. Ob sich die Lage entspannt, hänge nun von den angekündigten Gewittern und deren tatsächlicher Wirkung ab, sagt er im ORF-Interview. Erst danach könne über eine Entwarnung entschieden werden.

Für einen größeren Waldbrand sieht sich die Wiener Feuerwehr grundsätzlich gerüstet. Wie rasch ein Feuer unter Kontrolle gebracht werden kann, hängt jedoch unter anderem von der Größe des Brandes, der Erreichbarkeit des Geländes und den Windverhältnissen ab. Spezielle Einsatzfahrzeuge für unwegsames Gelände sowie Bodendüsen zur Bekämpfung von Flächenbränden stehen bereit. Für größere Einsätze verfügt die Feuerwehr außerdem über Container, mit denen bei Bedarf Wasser aus der Donau oder anderen Gewässern gepumpt werden kann.

Grillverbot und Appell

Die geltende Waldbrandverordnung vom 21. Mai 2026 bleibt weiterhin in Kraft. Damit sind Rauchen, offenes Feuer sowie das Entzünden von Feuer im Wald und in dessen Gefährdungsbereich verboten.

Auch das seit 8. Mai geltende Grillverbot auf öffentlichen Grillplätzen bleibt aufrecht. Im privaten Bereich darf weiterhin gegrillt werden. Die Regelung soll erst aufgehoben werden, wenn sich die Wetterlage nachhaltig entspannt hat.

Nach Angaben des Forstwirtschaftsministeriums gehen rund 80 Prozent aller Waldbrände auf menschliches Verhalten zurück. Deshalb appellieren die Behörden an die Bevölkerung, besonders vorsichtig zu sein. Vor allem an windigen Tagen könne sich ein Feuer rasch ausbreiten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.07.2026, 09:22
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