Es ist ein neuer "Trend" bei Einbrüchen. Nicht mehr die Wohnräume sind das primäre Ziel der Kriminellen. Es sind die Flächen darunter, Keller und Garagen sind jetzt verstärkt im Visier.
Eine aktuelle Befragung des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV zeigt: In neun Prozent der österreichischen Haushalte wurde innerhalb der vergangenen zwölf Monate eingebrochen oder zumindest ein Einbruch versucht. Besonders auffällig: In 41 Prozent dieser Fälle waren Keller oder Garagen betroffen, in elf Prozent Kellerabteile in Mehrparteienhäusern. Wohnräume waren in 40 Prozent der Fälle Ziel der Täter.
Auch die angezeigten Fälle zeigen eine klare Entwicklung. Während Einbrüche und Einbruchsversuche in Wohnräumen im Vorjahr um rund zwei Prozent auf 6.828 Fälle zurückgingen, stieg die Zahl bei Kellern um acht Prozent auf 10.139 Fälle.
Damit wird mittlerweile häufiger in Keller als in Wohnräume eingebrochen. Vor zehn Jahren war das noch umgekehrt.
Doch warum haben es Kriminelle ausgerechnet auf Keller abgesehen? Laut KFV spielt dabei das geringere Risiko eine wichtige Rolle.
"Wie wir aus Täterbefragungen wissen, gibt es sogar Einbrecher, die überhaupt nicht in Wohnräume einbrechen, weil sie keinesfalls Menschen antreffen wollen und jede Konfrontation vermeiden", erklärt Armin Kaltenegger, Leiter des Fachbereichs Eigentumsschutz im KFV.
Gerade gemeinschaftlich genutzte Kellerräume in Wohnhausanlagen seien deshalb interessant. Dort sei das Risiko, entdeckt oder von Bewohnern überrascht zu werden, deutlich geringer.
Dazu kommt: Kellerabteile sind häufig schlechter gesichert als Wohnungen. Ein kleines Vorhängeschloss kann für Täter ein wesentlich leichteres Hindernis darstellen als eine massive Wohnungstür.
Das KFV rät deshalb davon ab, wertvolle Gegenstände im Keller aufzubewahren. Besonders Fahrräder, E-Bikes, E-Scooter und Werkzeug gelten als begehrte Beute.
Wer sein Fahrrad dennoch im Keller abstellt, sollte es zusätzlich mit einem hochwertigen Schloss an einem fest verankerten Gegenstand sichern. Ein GPS-Tracker kann außerdem helfen, ein gestohlenes Rad wiederzufinden.
Auch neugierige Blicke sollten verhindert werden. "Machen Sie Ihr Kellerabteil blickdicht, damit niemand sieht, was darin gelagert wird", rät Kaltenegger.
Keller-, Haus- und Verbindungstüren sowie Fenster sollten konsequent geschlossen und versperrt werden. Bewegungsmelder können dunkle Zugänge zusätzlich unattraktiver machen. Alarm- und Videoanlagen seien zwar eine mögliche Ergänzung, ersetzen laut Experten aber keine stabilen Türen und hochwertigen Schlösser.
Mit dem Herbst beginnt zudem wieder die Zeit der Dämmerungseinbrüche. Ist es draußen bereits dunkel und in einer Wohnung brennt kein Licht, kann das auf Abwesenheit hindeuten.
Bei längeren Reisen empfiehlt das KFV deshalb, Bekannte den Briefkasten leeren und regelmäßig nach dem Rechten sehen zu lassen. Zeitgesteuerte Beleuchtung kann zusätzlich den Eindruck vermitteln, dass jemand zu Hause ist.