Die Stadt Wien plant die Einführung einer neuen Kulturabgabe. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hatte den Plan bereits vor längerer Zeit in einem "Heute"-Interview angekündigt. Nun soll die Kulturabgabe offenbar noch heuer im Gemeinderat beschlossen werden. Das sorgt im Kulturbereich für Aufregung.
Nun meldet sich eines der renommiertesten Museen Österreich zu Wort. Die Albertina übt scharfe Kritik an der geplanten zusätzlichen Abgabe auf Kulturveranstaltungen. Schon der Begriff "Kultureuro" sei aus Sicht der Albertina irreführend. Denn das zusätzliche Geld komme den Bundesmuseen selbst nicht zugute. Stattdessen würde der Besuch von Museen und anderen Kulturangeboten für das Publikum teurer.
"Wer Kultur stärken will, darf den Zugang zu ihr nicht erschweren", heißt es aus der Albertina. Die geplante Abgabe könne zwar einzelnen geförderten Vereinen zugutekommen, für große Kulturinstitutionen bedeute sie allerdings höhere Eintrittspreise und damit ein zusätzliches wirtschaftliches Risiko.
Besonders kritisch sieht das Museum eine mögliche Umverteilung. Geld, das der Bund in Kulturinstitutionen investiere, würde durch eine städtische Abgabe teilweise wieder abgeschöpft und anders verteilt.
Die Albertina warnt deshalb nicht nur vor Folgen für die Kulturbetriebe selbst, sondern auch für den Tourismus. "Mit der Gefahr, dass am Ende sowohl den Kulturbetrieben als auch dem für Wien so wichtigen Kulturtourismus weniger bleibt", heißt es in der Stellungnahme. Das könne nicht das Ziel einer Kulturstadt wie Wien sein.
Noch schärfer fällt die Kritik der Interessengemeinschaft Österreichische Veranstaltungswirtschaft (IGÖV) aus. Sie spricht von einem "Kulturteuro" und einer "12,5-Prozent-Strafsteuer".
Nach Berechnungen der Veranstalter könnte die Abgabe insgesamt rund 120 Millionen Euro ausmachen. Davon sollen rund 67 Millionen Euro private Veranstalter und die freie Szene betreffen, weitere 40 Millionen Euro Bundesmuseen und Bundesspielstätten. Rund 13 Millionen Euro würden demnach auf Einrichtungen der Stadt Wien entfallen.
Die Branche befürchtet, dass sich Eintrittskarten durch die Abgabe und weitere damit verbundene Effekte deutlich verteuern könnten. Gleichzeitig warnt sie davor, dass internationale Veranstalter Wien künftig bei Tourneen und großen Shows meiden könnten. Noch im Oktober könnte die Maßnahme laut IGÖV beschlossen werden. Mitte 2027 soll sie demnach in Kraft treten und bei entsprechenden Käufen aufgeschlagen werden.