"Am ganzen Körper gezittert"

Albtraum-Trip! Österreicher kommt nicht nach Hause

Eine Reise Richtung Malediven endete für einen steirischen Vizebürgermeister im Krisengebiet - wegen Thrombose und Drohnenalarm sitzt er in Riad fest.
André Wilding
24.03.2026, 09:49
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Was als Traumurlaub geplant war, endete abrupt im Ausnahmezustand. Gerhard Lepaj, zweiter Vizebürgermeister von Lannach, war mit seiner Frau und einem befreundeten Paar unterwegs Richtung Malediven. Nach dem Start in Wien ging es über Dubai per Schiff weiter nach Doha.

Dort nahm die Reise eine dramatische Wendung. Während eines Ausflugs schlug plötzlich eine Warnung auf dem Handy des Taxifahrers auf. "Unser Taxifahrer bekam plötzlich eine Warnung auf sein Handy. Er blieb aber ruhig und hat gesagt, kein Problem. Wir stiegen also noch aus, um uns etwas anzusehen", schildert Lepaj in der "Kleinen Zeitung".

"Das ganze Schiff hat vibriert"

Kurz darauf wurde in der Nähe eine Drohne abgeschossen. Ein Passant warnte die Gruppe vor herabfallenden Teilen. Zurück am Schiff durften sich die Reisenden nur noch in geschützten Bereichen aufhalten, heißt es in dem Bericht. "Einmal wurden in der Nähe des Schiffs zwei Drohnen abgeschossen. Das ganze Schiff hat vibriert. Das werde ich nie vergessen, das sitzt im Kopf. Meine Frau hat am ganzen Körper gezittert", erzählt Lepaj weiter.

Am 3. März kam schließlich die Möglichkeit zur Evakuierung. Mitten in der Nacht ging es per Bus von Doha nach Riad. "Es wurde alles vom Außenministerium und der Botschaft in Doha sehr gut organisiert. Dass über das Außenministerium geschimpft wird, verstehe ich nicht. Die arbeiteten rund um die Uhr. Dann gab es Leute, die einfach nicht auftauchten. Das ist ja kein All-inclusive-Paket, das ist eine Evakuierung", wird der Vizebürgermeister in der "Kleinen Zeitung" zitiert.

30 Tage Flugverbot

Doch die Heimreise stoppte erneut. Während der Fahrt bekam er starke Schmerzen im Bein. Im Krankenhaus folgte die Diagnose Thrombose - samt 30 Tage Flugverbot. "Für mich ist einmal eine kleine Welt zusammengebrochen", so der Politiker gegenüber der Tageszeitung. Den Evakuierungsflug musste er auslassen.

Seitdem lebt Lepaj in einer Dienstwohnung der österreichischen Botschaft in Riad. Unterstützt wird er vom Botschafter und dessen Frau. "Sie sind wirklich hilfsbereit, dafür bin ich sehr dankbar", betont er in der "Kleinen Zeitung". Seinen Alltag verbringt er mit Telefonaten nach Hause, kurzen Spaziergängen und täglichen Spritzen gegen die Thrombose.

"Es hat ordentlich geklescht"

Doch auch in Riad bleibt die Lage angespannt. Mehrere Drohnen wurden zuletzt über der Stadt abgeschossen. "Es hat ordentlich geklescht. Das war ein schlimmes Gefühl. Ich will nur noch heim zu meiner Familie", sagt Lepaj der Tageszeitung.

Mittlerweile ist das Flugverbot aufgehoben. Der medizinisch begleitete Rückflug soll laut Versicherung am Mittwoch stattfinden.

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