"Teilweise sind wir alle zwei Stunden wegen Raketenwarnungen in der Tiefgarage des Hotels", erzählt Philipp Posch (27). Seit dem 28. Februar sitzt der Salzburger in Dubai fest, sein Flug wurde gestrichen. Immer wieder schrillt das Handy auf und warnt vor drohenden Angriffen. "Dubai könnte das nächste Hauptangriffsziel sein", befürchtet er.
Eigentlich waren Posch und sein Kollege bereits auf dem Heimweg von ihrer einmonatigen Geschäftsreise und wollten zurück nach Österreich. Sie hatten ihren Flug am Samstag knapp verpasst und buchten noch in Dubai um. "Wir haben dann noch am Flughafen gesehen, dass der Flieger über dem Iran umdreht und wieder zurückkommt", erinnert sich der Salzburger. Kurz darauf wurde ihr Flug gestrichen, der Flughafen evakuiert.
"Wir haben sogar das Gepäck dagelassen", erzählt er – die beiden wollten einfach nur weg. Und siehe da: Kurz darauf wurde der Flughafen von Raketen getroffen. "Wir dachten zuerst, das sind Fake News, aber unser Hotelfenster zeigt genau auf den Flughafen – wir haben gesehen, wie es raucht." Die Gefühlslage des Österreichers ist angespannt: "Das fühlt sich natürlich alles sehr schlimm an", erzählt er. Die Sirenen schrillen mehrmals täglich. "Einmal haben wir sogar eine Druckwelle gespürt", erinnert er sich. Die Gefahr ist deutlich spürbar.
Nun stellen sich Posch und sein Kollege immer wieder die Frage: Wie geht es weiter? Fahren sie auf eigene Faust in den Oman und versuchen dort, einen Flug in die Heimat zu bekommen, oder warten sie auf Hilfe der österreichischen Botschaft? "Man kann die Botschaft kaum erreichen, meist nur per Mail", so Posch. Wann man sie nach Österreich holen würde, wisse man nicht – alles ist ungewiss.
Die Lage auf Dubais Straßen beschreibt der 27-Jährige jedoch als "überraschend gelassen". Er selbst und sein Freund würden ihr Hotel zwar nicht verlassen, aber: "Wenn man die Alarme nicht hört, könnte man fast denken, alles ist normal."
Für Posch und viele andere Österreicher zählt derzeit nur eines: "Wir wollen sicher nach Hause kommen."