"Allah wird abrechnen": Kein Grab für Wien-Terroristen

Das Areal des Islamischen Friedhofs in Wien-Liesing.
Das Areal des Islamischen Friedhofs in Wien-Liesing.picturedesk.com
Der Friedhof in Liesing verweigert dem Wien-Terroristen ein Begräbnis. Muslime würden nicht neben einem Mörder liegen wollen, heißt es als Begründung.

Termin für die Beerdigung des Wien-Attentäters, der bei seiner Bluttat vier Menschen ermordete und mehr als 20 schwer verletzte, stand noch keiner fest, er sollte aber am Islamischen Friedhof in Wien-Liesing beerdigt werden. Daraus wird nun aber nichts, denn der Friedhof weigert sich, die Leiche des Mannes zu beerdigen. "Allah wird mit ihm abrechnen. Aber auch wir hatten das Gefühl, etwas tun zu müssen", wird der Friedhofsverwalter Ali I. vom "Kurier" zitiert.

Der Friedhofsverwalter nennt dabei laut Bericht mehrere Gründe für die Weigerung: Der Attentäter sei ein Mörder, der Unschuldige getötet hat, er habe zudem allen Muslimen geschadet und zahlreiche Gläubige hätten gesagt, dass sie "nicht neben einem Mörder liegen wollen". Die Gemeinde stehe hinter der Entscheidung, das Begräbnis zu verweigern, heißt es von Ali I. Mit der Entscheidung sei man einem Termin für das Begräbnis zuvorgekommen.

Auch Zentralfriedhof möglich

Als Alternative würde nun ein Begräbnis am zweiten islamischen Friedhof in Vorarlberg, am Wiener Zentralfriedhof oder in Nordmazedonien, dessen Staatsbürgerschaft der Täter neben der österreichischen besaß, in Frage kommen. Wie ebenfalls am Mittwoch bekannt wurde, hatte der Terrorist offenbar seine Gemeindebau-Wohnung auf ein Feuergefecht vorbereitet. Als sich Spezialeinheiten der Polizei nur wenige Stunden nach dem Anschlag mit einer Sprengladung Zugang verschafften und hineinstürmten, fanden sie die Möbel zu einer möglichen Deckung für einen Schusswechsel zusammengeschoben.

Noch ist unklar, ob der Attentäter alleine gehandelt hatte, oder aber Helfer unter seinen Bekannten hatte. Die im Zusammenhang mit der Bluttat festgenommen Verdächtigen streiten dies vehement ab. Insgesamt sitzen derzeit zehn Männer mit radikalislamischer Ideologie in U-Haft. Der Täter selbst hatte am 2. November in der Wiener Innenstadt mit einem Gewehr, einer Pistole und einer Machete bewaffnet das Feuer eröffnet und wahllos Passanten und Lokalbesucher niedergeschossen. Mindestens vier Menschen verloren dadurch ihre Leben, ehe der 20-Jährige neun Minuten später durch Polizeikugeln getötet wurde.

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