Mit den ersten warmen Tagen erwacht die Natur zum Leben: Bäume treiben aus, Blumen blühen, die Luft wird milder. Für viele ist das die schönste Zeit des Jahres. Für Allergiker beginnt jedoch gleichzeitig die Leidenszeit. Denn mit dem Frühling steigt auch die Pollenbelastung – und damit Symptome wie Niesen, tränende Augen oder Atemprobleme.
Auf der Suche nach Linderung greifen viele Betroffene zu Medikamenten oder Hausmitteln. Künftig könnte dabei ein überraschender Helfer ins Spiel kommen: Matcha, der intensiv grüne Pulvertee aus Japan, der vor allem in der Wellness-Szene beliebt ist.
Eine aktuelle Studie liefert erste Hinweise darauf, dass Matcha möglicherweise Allergiesymptome beeinflussen könnte – zumindest im Tierversuch.
Japanische Forscher untersuchten die Wirkung von Matcha-Extrakt auf Mäuse, die so verändert wurden, dass sie allergische Reaktionen ähnlich wie beim Menschen zeigten. Die Tiere erhielten über fünf Wochen hinweg regelmäßig hohe Dosen des Extrakts.
Das Ergebnis: Die Mäuse niesten deutlich weniger.
Zusätzlich wurde ihnen kurz vor dem Kontakt mit Allergenen eine weitere Dosis verabreicht – mit ebenfalls spürbarem Effekt.
Besonders interessant: Matcha wirkte offenbar nicht über das Immunsystem, wie klassische Allergiemedikamente. Stattdessen zeigte sich der Effekt im Nervensystem.
Konkret beeinflusste der Extrakt jene Rezeptoren im Hirnstamm, die den Niesreflex steuern. Dadurch reagierte der Körper weniger stark auf den Reiz – das Niesen wurde gewissermaßen "abgeschwächt".
Diese Inhaltsstoffe sind bereits für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt.
So vielversprechend die Ergebnisse auch klingen – für Menschen sind sie bislang nicht direkt übertragbar.
Matcha ist also kein Wundermittel gegen Heuschnupfen – zumindest noch nicht. Die Studie zeigt jedoch einen spannenden neuen Ansatz: Allergiesymptome könnten nicht nur über das Immunsystem, sondern auch über das Nervensystem beeinflusst werden.
Für Allergiker heißt das vorerst: Weiter auf bewährte Therapien setzen – und gespannt verfolgen, was die Forschung künftig bringt.