Frühaufsteher oder Nachtmensch? Wann wir am liebsten aktiv sind, ist kein Zufall – und könnte entscheidend dafür sein, wie effektiv Sport wirklich ist. Eine neue Studie zeigt: Wer zum "richtigen" Zeitpunkt trainiert, kann deutlich mehr für seine Gesundheit tun.
Während manche morgens voller Energie sind, kommen andere erst abends richtig in Schwung. Genau hier setzt die Studie an. Die zentrale Frage: Bringt Bewegung mehr, wenn sie zum eigenen biologischen Rhythmus passt? Die Antwort ist überraschend klar: Ja.
Untersucht wurden 150 eher inaktive Menschen zwischen 40 und 60 Jahren mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 134 Teilnehmer beendeten die Studie vollständig.
Zunächst wurde bestimmt, ob die Personen eher Morgen- oder Abendtypen sind – mithilfe eines Fragebogens und einer 48-stündigen Messung der Körpertemperatur.
Alle absolvierten dasselbe Programm: 12 Wochen lang, 5-mal pro Woche, jeweils 40 Minuten moderates Ausdauertraining.
Beide Gruppen profitierten vom Training – doch die Unterschiede waren deutlich:
Besonders auffällig: Menschen mit bereits erhöhtem Blutdruck profitierten am stärksten vom Training im Einklang mit ihrer inneren Uhr.
Wer dauerhaft gegen diesen Rhythmus lebt – etwa durch Arbeit oder falsche Trainingszeiten – könnte laut Forschern Nachteile haben. Stichwort: "Social Jetlag".
Die Studie räumt mit einem verbreiteten Mythos auf: Es gibt keinen universell perfekten Trainingszeitpunkt. Morgenmenschen profitieren eher von Training am Vormittag, Abendtypen eher von Bewegung am Abend. Entscheidend ist die Passung – nicht die Uhrzeit an sich.
Regelmäßige Bewegung ist immer gut – aber zum richtigen Zeitpunkt wird sie noch effektiver. Die Studie zeigt: Wer auf seinen eigenen Rhythmus hört, kann Blutdruck, Fitness und Stoffwechsel deutlich stärker verbessern. Statt härter oder mehr zu trainieren, könnte die Lösung also sein: einfach besser getimt.