Sex oder Smartphone? Für viele klingt die Antwort klar, doch die Gen Z sieht das offenbar ganz anders. Während Dating-Apps boomen und ständig neue Matches aufploppen, rückt echte Intimität für manche überraschend in den Hintergrund. Die neue Ö3-Jugendstudie 2026 deckt auf: Das Handy hat in vielen Fällen längst die Nase vorn – sogar im Schlafzimmer.
Auf den ersten Blick wirkt alles schnelllebig: Beziehungen entstehen online, Gespräche laufen über Chats, Gefühle werden in Emojis verpackt. Doch die Zahlen zeigen ein anderes Bild: 73 Prozent der Gen Z halten Treue für besonders wichtig. Auch die Zukunftspläne sind klassisch – 66 Prozent sehen sich verheiratet, 65 Prozent wünschen sich Kinder.
Und trotzdem sorgt eine Zahl für Aufsehen: 40 Prozent würden eher auf Sex verzichten als auf ihr Smartphone. Das zeigt, wie stark das Handy den Alltag dominiert: Es ist Kommunikationsmittel, Unterhaltungsplattform und sozialer Treffpunkt zugleich.
Die Dating-Welt hat sich verändert: Apps erleichtern es, neue Menschen kennenzulernen – gleichzeitig aber auch unverbindlicher.
Die Vielzahl an Optionen kann überfordern: Entscheidungen werden schneller getroffen, Kontakte ebenso schnell wieder beendet. Trotzdem bleibt der Wunsch nach echten, stabilen Beziehungen bestehen.
Wo Nähe digital entsteht, lauern auch Risiken. Die Ö3-Studie zeigt klare Zahlen: 73 Prozent kennen das Gefühl des endlosen Scrollens, viele verbringen täglich mehrere Stunden am Bildschirm.
Gleichzeitig berichten vor allem junge Frauen von belastenden Erfahrungen: 56 Prozent haben ungefragt Dick Pics erhalten, rund 22 Prozent waren bereits von "Grooming" betroffen.
Was bedeutet "Grooming"?
Unter "Grooming" versteht man gezielte Kontaktaufnahme im Internet, meist durch Erwachsene, die das Vertrauen von Minderjährigen gewinnen wollen – mit dem Ziel, sie sexuell auszunutzen.
Trotz dieser Herausforderungen geht die Gen Z reflektiert mit dem Thema um: Viele informieren sich aktiv, setzen sich mit Beziehungen und Grenzen auseinander. Dennoch bleibt die Balance zwischen digitaler Dauerpräsenz und echten Begegnungen eine der größten Aufgaben.