Die Entspannung im Iran-Konflikt sorgt weltweit für Aufatmen - und sofortige Reaktionen an den Märkten. Nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe sind die Ölpreise regelrecht eingebrochen.
Ein Fass der Nordseesorte Brent verbilligte sich um rund 16 Prozent auf etwa 92 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit Mitte März. Auch die US-Sorte WTI verzeichnete ähnlich starke Verluste.
Hintergrund ist vor allem die wieder geöffnete Straße von Hormus. Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Routen für den globalen Öl- und Gashandel. Wegen der Eskalation im Konflikt war sie zuletzt faktisch blockiert, und das hatte massive Folgen für die Preise.
Nun soll laut Irans Außenminister Abbas Araqchi für zumindest zwei Wochen wieder eine sichere Durchfahrt gewährleistet sein.
Die Märkte reagieren prompt: Während Öl billiger wird, geht es an den Börsen deutlich nach oben. In Japan legte der Nikkei-Index um mehr als vier Prozent zu. In Südkorea schoss der Kospi zeitweise sogar um rund sechs Prozent nach oben - der Handel musste kurz gestoppt werden, um die starken Ausschläge zu bremsen. Auch Australiens Leitindex startete klar im Plus.
Die Waffenruhe war in letzter Minute zustande gekommen. Die USA hatten dem Iran zuvor ein Ultimatum gestellt und mit Angriffen auf den Energiesektor gedroht. Kurz vor Fristende einigten sich beide Seiten.