Also doch! Impfung bei Südafrika-Virus weniger wirksam

Laut einer israelischen Studie schützt der Biontech-Impfstoff weniger gut gegen die südafrikanische Virus-Variante.
Laut einer israelischen Studie schützt der Biontech-Impfstoff weniger gut gegen die südafrikanische Virus-Variante.LOIC VENANCE / AFP / picturedesk.com
Eine Studie der Universität Tel Aviv zeigt: Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wirkt weniger gut gegen die südafrikanische Mutation des Coronavirus.

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt einer israelischen Studie zufolge weniger gut vor der südafrikanischen Virus-Mutation als vor anderen Varianten. "Die südafrikanische Variante ist in gewissem Umfang in der Lage, die Schutzwirkung des Impfstoffs zu durchbrechen", sagte Co-Studienautor Adi Stern von der Universität Tel Aviv der Nachrichtenagentur AFP. Ob die Impfung den Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit der südafrikanischen Variante abmildert, wurde allerdings nicht untersucht.

Zu Beginn des Monats berichtete "NBC News" hingegen, dass Biontech/Pfizer in einer klinischen Studie, an der 44.000 Menschen teilgenommen haben, festgestellt hatte, dass der eigene Impfstoff sehr wohl auch gegen die südafrikanische Coronavirus-Mutation wirksam ist. "Das ist ein wichtiger weiterer Schritt, der die bisherigen Daten bestätigt, wonach unser Impfstoff eine hohe Effektivität und große Sicherheit bietet", sagt Ugur Sahin, CEO von Biontech.

In der Studie der Universität Tel Aviv und der größten israelischen Krankenkasse Clalit wurden indes 400 Corona-Infizierte, die nicht geimpft waren, mit 400 Infizierten, die eine oder beide Impfspritzen erhalten hatten, verglichen. Der Anteil der südafrikanischen Variante B.1.351 an den Corona-Fällen in Israel liegt demnach bei weniger als einem Prozent.

Anteil an südafrikanischer Mutation bei Infizierten achtmal höher

Bei 150 Probanden, die sich trotz vollständigen Impfschutzes infizierten, war der Anteil der südafrikanischen Variante den Angaben zufolge acht Mal größer als bei den ungeimpften Probanden. 

"Das bedeutet, dass der Biontech/Pfizer-Impfstoff, obwohl er hochwirksam ist, wahrscheinlich nicht das gleiche Maß an Schutz gegen die südafrikanische Coronavirus-Variante bietet", erklärten die Autoren am Sonntag.

Nach Angaben von Co-Autor Stern wurde in der Studie allerdings nicht überprüft, ob die vollständig geimpften Probanden, die sich mit der südafrikanischen Variante infizierten, auch einen schweren Krankheitsverlauf hatten. 

 Die Zahl der Geimpften, die sich in Israel mit B.1.351 infizierten, sei so gering, dass eine Aussage über den Krankheitsverlauf statistisch nicht signifikant sei.

Im Februar hatten schon zwei Studien, die die Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna im "New England Journal of Medicine" publiziert hatten, eine geringere Schutzwirkung der Impfstoffe gegen die südafrikanische Variante gezeigt. Die Zahl der gebildeten Antikörper war demnach geringer als bei anderen Virus-Varianten. Die israelische Studie, die nun von Fachkollegen begutachtet wird, ist nun die erste Studie zur südafrikanischen Variante aus der praktischen Anwendung des Vakzins.

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