Wer schon einmal die Wohnung älterer Menschen betreten hat, kennt ihn: den charakteristischen Geruch, der sich im Raum festsetzt. Oft vermischt mit einem Hauch von Parfüm oder Duschgel, sticht bei manchen ein markanter Duft hervor. Doch was steckt dahinter? Die Wissenschaft hat sich diesem Phänomen gewidmet.
Wie chip.de berichtet, lässt sich der Geruch älterer Personen auf biochemische und physiologische Veränderungen im Körper zurückführen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Stoff 2-Nonenal, ein ungesättigter Aldehyd, der bei der Oxidation von Fettsäuren entsteht. Diese Oxidation wird durch den Abbau von Talg in der Haut gefördert. 2-Nonenal hat einen leicht fettigen und grasigen Geruch, der oft als typisch für das Alter wahrgenommen wird.
Neben den natürlichen biochemischen Prozessen gibt es noch weitere Faktoren. Mit zunehmendem Alter kann die Körperpflege durch körperliche Einschränkungen schwieriger werden. Weniger regelmäßiges Waschen oder eingeschränkte Beweglichkeit können dazu führen, dass Körpergerüche stärker wahrgenommen werden.
Auch Textilien und Möbel können Gerüche speichern. In Wohnungen älterer Menschen, in denen seltener gelüftet wird oder in denen ältere Möbelstücke stehen, verstärken Textilfasern den Geruch zusätzlich. Hinzu kommen Einflüsse durch Medikamente, Ernährung und Krankheiten. Da ältere Menschen häufiger Arzneimittel einnehmen, wirken sich sowohl die Erkrankungen als auch die Medikamente auf den Körpergeruch aus.
Es gibt jedoch einfache Gegenmaßnahmen: Regelmäßige Körperpflege mit milden Seifen hilft, den Geruch einzudämmen. Durch regelmäßiges Eincremen wird die Frische und Elastizität der Haut unterstützt. Auch frische Kleidung und häufiges Waschen von Bettzeug können helfen, da sich der Geruch in Textilien festsetzen kann. Regelmäßiges Lüften und eine ausgewogene Ernährung tragen ebenfalls dazu bei, oxidativen Stress zu verringern.
Eine Studie mit dem Titel "The Smell of Age: Perception and Discrimination of Body Odors of Different Ages" hat untersucht, ob Menschen das Alter anhand des Körpergeruchs erkennen können. Dabei wurden Körpergerüche von drei Altersgruppen gesammelt: junge Erwachsene (20 bis 30 Jahre), Menschen mittleren Alters (45 bis 55 Jahre) und ältere Menschen (75 bis 95 Jahre).
Interessanterweise wurde der Geruch älterer Menschen als weniger intensiv und weniger unangenehm empfunden als jener jüngerer Gruppen. Die Studienteilnehmer konnten den Geruch älterer Personen zudem korrekt ihrer Altersgruppe zuordnen. Die Forschenden schließen daraus, dass der menschliche Körpergeruch altersbedingte Informationen enthält – möglicherweise mit evolutionärer Bedeutung.