Am Montagmorgen herrscht reges Treiben vor einer islamischen Volksschule in Wien. An den Händen ihrer Mütter werden viele junge Mädchen zum ersten Unterrichtstag begleitet – trotz des geltenden Kopftuchverbotes für unter 14-Jährige kommen die Kinder mit Kopftuch.
Ein junges Mädchen etwa trägt ihr pinkes Kopftuch farblich zum rosa Kleid abgestimmt, zwei etwas ältere Schülerinnen gehen ohne Eltern im schlichten Hijab zum Unterricht. Ein "Heute"-Lokalaugenschein an der privaten Islam-Volksschule zeigt: Viele sträuben sich gegen das neue Gesetz.
Auch wenn es sich bei der Schule nicht um eine öffentliche Bildungseinrichtung handelt, sollte die neue Regelung auch in privaten Schulen greifen. Wie das Kopftuchverbot an der Volksschule konkret umgesetzt wird, bleibt trotz einer "Heute"-Anfrage an die Schuldirektion offen.
Schon in den Sommerferien wies die Österreichische Lehrergewerkschaft auf mögliche Konflikte hingewiesen. "Communitys" hätten angekündigt, sich gegen das Kopftuchverbot zu wehren, erklärte Gewerkschafter und Vorsitzender Paul Kimberger im "Heute"-Talk.
Gegner des Verbotes verbreiten bereits seit längerem Tipps, wie man sich am besten gegen das Gesetz wehren sollte. Auch Kurse für Eltern werden angeboten. Unter anderem wird dazu geraten, an die Lehrer zu appellieren: "Mädchen zu zwingen, das Kopftuch abzunehmen, würde für Euch als Lehrperson zu einem unüberwindbaren Gewissenskonflikt führen", heißt es in einer Anleitung laut "Kronen Zeitung". Auch Kimberger weiß: "Bei manchen Eltern werden Gespräche wahrscheinlich nur endenwollenden Erfolg haben". Man sei sich aber sicher: Mit Kommunikation könne man viele Konflikte gut lösen.