Ein erschütternder Fall beschäftigt derzeit die Polizei in Wien. In einem Bordell in der Donaustadt wandte sich eine 18-jährige Frau hilfesuchend an die Betreiberin – diese alarmierte daraufhin sofort die Polizei. Der Grund: Die junge Frau gab an, zur Prostitution gezwungen worden zu sein.
Laut ersten Ermittlungen soll die damals noch minderjährige Frau vor rund einem Jahr von zwei rumänischen Staatsangehörigen – einer 33-jährigen Frau und einem 49-jährigen Mann – aus Rumänien nach Wien gelockt worden sein. Ihr wurde von dem Pärchen angeblich ein Job als Babysitterin bzw. Au-pair versprochen. Für rund 500 Euro im Monat sollte sie auf Kinder aufpassen – für die Jugendliche klang das wie eine große Chance.
Doch laut den Angaben der 18-Jährigen entwickelte sich die Situation kurz nach ihrer Ankunft dramatisch. Der 49-jährige Tatverdächtige, der keinen Job hat und Arbeitslosengeld bezieht, soll sie vergewaltigt haben. Kurz danach habe er sie bereits zur Prostitution gezwungen. Der Mann soll die junge Frau zunächst zu Sexdiensten in private Wohnungen geschickt haben.
Als sie schließlich volljährig wurde, musste sie laut ihren Aussagen in einem Bordell anschaffen gehen. Das gesamte Geld soll der mutmaßliche Täter einbehalten haben. Nach "Heute"-Informationen seien dabei bis zu 4.000 Euro im Monat zusammengekommen.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Gewaltschutzzentrum: 0800 222 555
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Am Mittwochabend klickten schließlich die Handschellen. Der 49-jährige Rumäne wurde in seiner Wohnung in Wien-Simmering festgenommen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er in eine Justizanstalt eingeliefert.
Der Mann weist die schweren Vorwürfe jedoch zurück. Laut seinen Angaben habe er der jungen Frau nur helfen wollen. Wie "Heute" erfuhr, soll der Verdächtige allerdings bereits vorbestraft sein.
Die 33-jährige mutmaßliche Komplizin wurde ebenfalls angezeigt, befindet sich jedoch auf freiem Fuß. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Zwangsprostitution und weiterer schwerer Delikte laufen. Für beide Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.