Schrieb 250 Bewerbungen

"AMS hilft nicht" – Ex-CEO sucht seit vier Jahren Job

Walter B. hatte jahrelang Führungspositionen riesiger Konzerne inne. Nun sucht er seit Jahren einen neuen Job, das AMS sei ihm keine große Hilfe.
Jana Stanek
15.02.2026, 13:00
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Seit vier Jahren sucht Walter B. vergebens einen Job – denn das AMS kann ihn nicht vermitteln. Hunderte Bewerbungen hat er abgeschickt, doch: "Ich bekam 50 Absagen und oftmals gar keine Rückmeldung", so der Wiener. Zuvor verdiente er als CEO und Geschäftsführer großer Konzerne mehrere tausend Euro im Monat – nun lebt er von der Notstandshilfe und Nebenjobs.

Wiener bekam 250 Absagen

Nach dem Konkurs seiner Firma musste sich Walter B. beim AMS anmelden, von da an ging es für den über 50-Jährigen bergab. "Ich kümmere mich selbst darum, Jobs zu finden, die geeignet wären, vom AMS kommen keine passenden Vorschläge", beschwert sich der Wiener. Für viele Stellen gilt er jedoch als überqualifiziert und wird deshalb nicht eingestellt.

"Bei welchen Branchen ich bessere Chancen hätte, sagt mir beim AMS auch keiner", ist Walter B. frustriert. Nicht einmal zu Vorstellungsgesprächen wird er eingeladen. Das wirkt sich nicht nur mental auf den über 50-Jährigen aus. Auch die Miete seiner Währinger Wohnung kann er sich kaum noch leisten.

Wohnung kaum noch leistbar

"Ich bekomme Notstandshilfe, das sind 1.500 Euro", beschreibt er. Mit geringfügigen Nebenjobs wie Essensausliefern oder Arbeit bei der MA48 verdient er sich zusätzliche 500 Euro im Monat – anders könnte er sich sein Leben nicht finanzieren. "Um mich mental fit zu halten, habe ich ein Kunstgeschichte-Studium angefangen", erklärt W., wie er sich die Zeit vertreibt.

Lange Arbeitslosigkeit als Hemmnis

Für das AMS ist klar: Das Problem ist die bereits sehr lange andauernde Arbeitslosigkeit des Wieners sowie sein Alter. "Es ist natürlich so, dass eine lange dauernde Arbeitslosigkeit zum Hemmnis wird – weil Personalverantwortliche jene Menschen, die lange weg waren vom Arbeitsmarkt, oft ablehnen, erst recht, wenn die Betroffenen schon älter sind", heißt es. Für diese Fälle biete das AMS an, für einige Monate Teile der Lohn- und Lohnnebenkosten für die Firma zu übernehmen. Das könne im Wettbewerb um eine Stelle mitunter der entscheidende Vorteil sein.

Ein weiteres Angebot sei das "Zentrum für Kompetenz und Erfahrung", eine Beratungs- und Betreuungseinrichtung des AMS Wien speziell für ältere Arbeitsuchende. Auch Herr B. würde dieses bereits kennen.

"Und nicht zuletzt haben wir noch eine Vielzahl an sozialökonomischen Betrieben, die nach langer Arbeitslosigkeit die Brücke zurück in den ersten Arbeitsmarkt schlagen", heißt es vom AMS abschließend zu diesem Fall.

{title && {title} } JS, {title && {title} } 15.02.2026, 13:00
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen