In Ecuador ist es zu einem schweren Zwischenfall gekommen: Rund 500 Demonstranten haben die Autokolonne von Präsident Daniel Noboa angegriffen. Laut Umweltministerin Inés Manzano gab es dabei sogar "offensichtlich auch Einschusslöcher am Auto des Präsidenten". Noboa selbst wurde nicht verletzt. Fünf Personen sind nach Angaben der Ministerin festgenommen worden.
Die Regierung hat ein Video veröffentlicht, das angeblich aus einem der Fahrzeuge der Kolonne stammt. Darauf sieht man, wie Demonstranten, die mit Fahnen bewaffnet sind, nach Steinen und Ziegeln suchen.
Während das Auto des Präsidenten vorbeifährt, fliegen verschiedene Gegenstände dagegen und beschädigen die Fenster. Im Video ist eine Stimme zu hören, die ruft: "Köpfe runter, Köpfe runter".
Offiziell wird nun untersucht, ob die Schäden am gepanzerten Auto von Noboa auch durch Schüsse entstanden sein könnten.
Hintergrund sind die Proteste gegen die Abschaffung von Diesel-Subventionen, die zuletzt in Ecuador für viel Aufregung gesorgt haben. Dabei ist es immer wieder zu Gewalt gekommen.
Demonstranten haben Straßen blockiert und sogar 16 Soldaten entführt – diese wurden aber kurze Zeit später wieder freigelassen. Die Regierung beschuldigt Drogenkartelle, die Unruhen anzuzetteln. Präsident Noboa hat in mehreren Provinzen den Ausnahmezustand verhängt.
Die Indigenen-Organisation Conaie teilte am Sonntag mit, dass bei einer der Kundgebungen ein Demonstrant durch Sicherheitskräfte getötet worden sei. Zu dem aktuellen Angriff sagte Conaie, der Konvoi des Präsidenten sei in eine "Widerstandszone" eingedrungen.
Die Regierung wolle den Vorfall jetzt "als Rechtfertigung für ihre Kriegspolitik" verwenden. Die Organisation ruft dazu auf, "die Krise mit Gerechtigkeit und Respekt" zu lösen.