Tatsächlicher Angriff oder nur eine russische Propaganda-Show? Diese Frage stellt sich, nachdem Russland seit dem 29. Dezember behauptet, dass die ukrainischen Streitkräfte die sogenannte Waldai-Residenz von Kreml-Chef Wladimir Putin mit 91 Drohnen attackiert hätten – alle seien abgeschossen worden.
Putin hatte US-Präsident Donald Trump darüber in Kenntnis gesetzt. Gleichzeitig betonte der Kreml, dass man aufgrund des mutmaßlichen Angriffs die eigene Position in den Friedensverhandlungen überdenken werde und künftig mit anderer Härte vorgehen wolle. Die Ukraine bestritt die Vorwürfe und verlangte Beweise.
Auch in den USA machten sich Zweifel an der Darstellung der russischen Seite breit. So berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Beamte des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, dass keine ukrainischen Drohnen auf die Residenz Putin abzielten. Wenig später kritisierte auch Trump seinen russischen Amtskollegen. Laut einem Bericht der "New York Post" glaube der US-Präsident, dass der Kreml den angeblichen Angriff dazu nutzt, um von seiner Blockadehaltung in den Friedensgesprächen abzulenken.
Seitens des russischen Verteidigungsministeriums wurden am Silvestertag mehrere Videos veröffentlicht, die Drohne in einem verschneiten Wald, Karten mit angeblichen Flugrouten und Uhrzeiten zeigten. Zudem kamen auch angebliche Augenzeugen zu Wort.
Nun will Moskau offenbar nachlegen und weitere "Beweise" liefern. Eigenen Angaben zufolge habe man Navigationsdaten einer betroffenen, ukrainischen Drohne entschlüsselt. Man habe die Karten mit Flugrouten sowie ein Bauteil der Drohne an einen Vertreter des Militärattachés der US-Botschaft in Moskau übergeben.
Die Übergabe wurde auch medial begleitet. In einem Video ist unter anderem der Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Igor Kostjukow, zu sehen. Dieser erzählte abermals die russische Darstellung von einem "Terroranschlag" auf das Anwesen seines Staatschefs. Laut Kostjukow wolle man mit den neuen Beweisen zur "Wahrheitsfindung" beitragen.