15 Minuten vor Katastrophe

Vom Türsteher abgewiesen – 19-Jähriger entgeht Inferno

Bei dem Feuerinferno in einer Bar in Crans-Montana (Schweiz) sind 47 Menschen gestorben. Ein junger Mann entging der Katastrophe nur knapp.
Newsdesk Heute
02.01.2026, 09:22
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Tiefe Trauer in der Schweiz: In der Silvesternacht kam es in einer Bar im Ski-Ort Crans-Montana zu einem verheerenden Brand, der mindestens 47 Menschen das Leben kostete. Über 100 weitere Personen wurden verletzt. Zahlreiche Opfer müssen indes noch identifiziert werden. Mehrere Menschen suchen in den sozialen Medien nach ihren Angehörigen. Dazu wurde auch ein eigener Instagram-Account eröffnet.

Wie knapp man einer solchen Tragödie entgehen kann, zeigt die Geschichte des 19-jährigen Oscars. Gegen 1.15 Uhr – eine Viertelstunde bevor das Feuer ausbrach – wollte der junge Mann mit einem Freund das Lokal "Le Constellation" besuchen.

"Türsteher hat mir das Leben gerettet"

Sein Glück war, dass die Bar zu diesem Zeitpunkt bereits überfüllt war. Der Walliser wurde vom Sicherheitspersonal abgewiesen. "Der Türsteher hat mir das Leben gerettet", sagte der 19-Jährige gegenüber der "Bild". Oscar habe in der Nacht noch versucht, über einen geheimen Nebeneingang in die Bar zu gelangen. Glücklicherweise kannten er und sein Freund den Code für die Tür nicht.

Kurz darauf brach das Feuer aus. Oscar berichtete von dichtem Rauch, Menschen mit Brandwunden, die in Panik aus der Bar rannten. Andere Gäste hätten versucht, die Fenster einzuschlagen, um so aus dem Lokal zu gelangen. Dies wurde jedoch vom Sicherheitspersonal verhindert. "Wahrscheinlich, damit der Sauerstoff das Feuer nicht noch zusätzlich anfacht", vermutete der 19-Jährige.

Wunderkerzen als Brandursache?

Unklar war vorerst, wie das Feuer ausbrechen konnte. Laut Polizei ereignete sich gegen 01.30 Uhr eine "Explosion unbekannter Ursache". Zwei Französinnen nannten im Sender BFMTV Geburtstagskerzen auf Champagnerflaschen als Brandauslöser. "Sekunden später hat die gesamte Decke gebrannt", sagte eine von ihnen. Demnach hatten sich zum Unglückszeitpunkt rund 200 Gäste in der Bar aufgehalten, die meisten zwischen 15 und 20 Jahre alt.

Diesen Verdacht hegt auch Oscar, der die Bar einen Abend zuvor besucht hatte. Ihm zufolge sei es im "Le Constellation" üblich gewesen, dass man Champagnerflaschen mit sprühenden Wunderkerzen versehen hätte. Bilder und Videos davon kursieren in den sozialen Medien.

Behörden arbeiten auf Hochtouren

Am Donnerstagabend hatten sich in dem Ski-Ort rund 400 Menschen zu einem Trauergottesdienst versammelt. Der Schweizer Präsident Guy Parmelin kündigte an, dass die Flaggen fünf Tage lang auf Halbmast wehen sollen. Die Behörden bemühten sich derweil um eine schnelle Identifizierung der Opfer, warnten jedoch, dass dies dauern könne.

Laut der zuständigen Generalstaatsanwältin, Béatrice Pilloud, würde man "großen Aufwand" betreiben, um den Hinterbliebenen schnelle Gewissheit zu ermöglichen. Auch ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass die Arbeit angesichts der vielen Opfer schwer sei. Angehörige würden psychologisch betreut werden.

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