Anschober sagt, was jetzt der "nächste Schritt" ist

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne)
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne)Screenshot/ ORF
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat sich am Montag in der "Zeit im Bild 2" zu den geplanten Lockerungen geäußert.

Die Bundesregierung hat am Montag trotz steigenden Infektionszahlen eine regional abgestufte Lockerung der Corona-Maßnahmen in Österreich angekündigt. Ab 15. März wird es in Vorarlberg, in dem die 7-Tages-Inzidenz aktuell (Stand 1. März) bei 73,3 liegt, deutliche Öffnungsschritte geben - und zwar in den Bereichen Gastronomie, Sport und Kultur.

Auch in den anderen Bundesländern wird es ab Mitte März Lockerungen geben. So dürfen Kinder und Jugendliche an den Schulen endlich wieder Sport im Freien ausüben. Zudem sollen die Schanigärten ab Ostern (27. März) wieder öffnen dürfen, im April könnte es dann auch indoor so weit sein.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) war am Montag zu Gast in der "Zeit im Bild 2" und stand Moderator Armin Wolf zu den geplanten Lockerungen Rede und Antwort. Und gleich zu Beginn des Gesprächs stellte Anschober klar: "Wir wissen, dass es nach Ostern leichter wird. Denn es wird wärmer, wir sind mehr draußen und haben auch schon mehr als eine Million Menschen geimpft."

Und weiter: "Bis dorthin müssen wir aber sehr vorsichtig sein. Die nächsten Wochen werden die schwierigsten Pandemie." Außerdem sei dem Minister auch immer klar und wichtig gewesen, "dass wir jetzt keine ganz großen Öffnungen durchsetzen". Ein Punkt sei Anschober aber ganz besonders wichtig gewesen und zwar, dass die Kinder wieder Sport betreiben können. "Das halte ich für sehr wichtig".

15. März nächster Gipfel, ob "wir auf Kur sind oder nicht"

Im Gespräch mit Armin Wolf erklärte der Gesundheitsminister auch, dass am 15. März erneut die Öffnungsschritte mit Experten und den Landeshauptleuten evaluiert werden, "ob wir auf Kurs sind oder nicht". "Wir werden am 15. März eine Gesamtbewertung mit den Experten machen und auf Basis der Beratungen entscheiden wird", so Anschober in der "ZiB 2". Laut dem Gesundheitsminister sei aber auch klar gewesen, dass, wenn es Öffnungen gibt, auch Wert darauf legen, Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu machen.

"Es gibt eine Reihe an Verbesserungen und Verschärfungen. So werden etwa Schwerpunktkontrollen durchgeführt, wo es Hotspots gibt und es wird auch ein Sicherheitsnetz geben. Bezirke, in denen die Zahlen durch die Decke schießen, werden Zusatzmaßnahmen bekommen." Sollte die 7-Tages-Indizenz den Wert von 400 übersteigen, dürfen die Bewohner aus dem Bezirk nur noch mit einem negativen Corona-Test ausreisen. Die genauen Details werden laut Anschober "noch in dieser Woche fixiert". "Dann wird es darum gehen, rund um den 15. März die Wirksamkeit zu haben. Wenn es nach mir geht, dann ein bisschen früher", so Anschober.

Auf die Frage, warum das eigentlich so lange dauert, antwortete Anschober: "Es ist ja nicht so, dass etwa im Bezirk Hermagor keine Maßnahmen gesetzt worden sind. Wir werden uns aber bemühen, schnell die Ausreistests in den Hotspots durchzuführen. Aber es geht hier um die rechtlichen Rahmenbedingungen, die wir einhalten müssen und wir werden uns bemühen, dass wir das möglichst schnell hinbekommen", stellte der Gesundheitsminister klar.

Anschober äußerte sich auch zu den Ausgangsbeschränkungen und der Sperrstunde für die Gastronomie. "Es gibt keine Änderung der Ausgangsbeschränkungen und die Sperrstunde ist damit auch verankert. Aber wir haben das noch nicht ganz ausdiskutiert, weil wir vor allem mit dem Impfungen beschäftigt waren."

"Das ist der nächste Schritt"

Angesprochen, warum man zu Ostern etwa in Gasgärten, aber nicht auf Fußballplätze oder ins Kino gehen kann, erklärte der Gesundheitsminister: "Wir wollen zwei Testläufe machen. Der erste wird in Vorarlberg passieren und das wird auch ein Versuchsmodell sein und wir werden uns die Frage stellen: 'Was geht? Wo haben wir Sorgen oder wo ist mit Infektionszahlen zu rechnen?'", so Anschober. Es sei nun eben ein Versuch, "eine Öffnung zu realisieren. Das ist der nächste Schritt."

Und weiter: "Wir wollten die Zutrittstests verankern und wir haben damit eine Breite erreicht. Wir sehen, wenn es schön ist, dass hunderte Menschen in Parks sind. Wir möchten, dass das in Gastgärten strukturierter stattfindet. Das ist mir ein großes Anliegen. Auch in der Kultur wollen wir den nächsten Schritt machen und das wird Mitte April der Fall sein." Laut Anschober wollen man in dieser Phase, "wo es wirklich schwierig ist", bis Ostern kein starkes Wachstum der Neuinfektionen.

Bereits bei der letzten Ampelkommission sei "sehr klar gewesen, dass es ein Bundesland gibt, das bei den Zahlen deutlich am besten liegt. Und Vorarlberg war auch nicht als rot, sondern als orange definiert", erklärt der Gesundheitsminister.

Auch zum Thema Impfungen äußerte sich Anschober und entgegnete dem Vorwurf der langsamen Geschwindigkeit der Impfungen: "Es geht nicht langsam, sondern wir impfen so schnell, wie wir Dosen haben." So sie beim Gespräch mit den Experten ein wesentliches Thema gewesen, wie man verhindern könne, dass es zu einer längeren Lagerung der Impfungen kommt. "Da stehen die Bundesländer vor einer großen Herausforderung."

"Mir ist egal, wie ein Impfstoff heißt"

"Wir werden im März eine Million Impfdosen erhalten und ab April noch einmal eine Verdoppelung. Ich rechne damit, dass wir im Laufe des Sommers durch sein werden", stellte Anschober klar. Beim Impfstoff von AstraZeneca warte man noch auf Studien für über 65-Jährige. "Dieser Prozess wird bis Ostern abgeschlossen sein. Wir mussten den Impfplan an die Impfmengen anpassen".

Sollte eigentlich der Sputnik-Impfstoff in Österreich zugelassen werden? Dazu hat Anschober eine klare Meinung: "Meine Empfehlung ist, dass die Produzenten von Sputnik bei der EMA um eine Genehmigung ansuchen. Dann muss auch der Sputnik-Impfstoff durch einen Genehmigungsprozess durchgehen. Mir ist gleichgültig, wo ein Impfstoff produziert wird oder wie er heißt."

Auf die Frage, ob man jetzt möglichst viele Menschen nur einmal impfen sollte, um einen weiteren Anstieg der Zahlen zu verhindern, erklärte Anschober: "Das ist auch von Experten diskutiert worden und wird nicht empfohlen, weil wir ohnedies in die großen Mengen kommen. Jetzt erfolgt ein Quantensprung und auf den müssen sich alle BUndesländer gut vorbereiten."

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