Arbeitslosigkeit steigt

Ansturm auf 15. Jobmeile – 2.000 hoffen auf Arbeit

Die Arbeitslosigkeit wächst, gleichzeitig wird bei der Unterstützung gespart. Die 15. Jobmeile der Caritas zeigt, wie ernst die Lage wirklich ist.
Wien Heute
30.04.2026, 15:04
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Klare Worte zum Auftakt der 15. Jobmeile mitten in der Hauptstadt: Während sich tausende Arbeitssuchende auf Jobsuche begeben, warnt die Caritas vor einer gefährlichen Entwicklung am Arbeitsmarkt: Steigende Arbeitslosigkeit und gekürzte Mittel.

Caritasdirektor Klaus Schwertner fand klare Worte bei der Eröffnung gemeinsam mit Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und AMS-Wien-Chef Winfried Göschl: "Trotz aller Bemühungen ist die Trendwende am Arbeitsmarkt vorerst abgesagt. Die Arbeitslosigkeit steigt." Besonders brisant: "Die zur Verfügung stehenden Mittel wurden bei steigendem Bedarf teilweise gekürzt und seit zwei Jahren nicht valorisiert".

Sparpolitik trifft die Schwächsten

Für die Caritas ist klar: Jetzt darf nicht bei den Ärmsten gespart werden. Die Forderung an die Regierung ist deutlich – mehr Geld für Arbeitsmarktpolitik, bessere Absicherung und echte Chancen für Langzeitarbeitslose. Schwertner appelliert: "Sie sollte das möglichst nicht bei arbeitslosen Menschen tun." Und weiter: "Mit dem anstehenden Doppelbudget kann und soll die Bundesregierung arbeitslosen Menschen wieder den Rücken stärken."

Die 15. Jobmeile im carla-Mittersteig.
Heute

Der Hintergrund: Viele Betroffene rutschen mit dem aktuellen Arbeitslosengeld unter die Armutsgrenze. Österreich hinkt im internationalen Vergleich hinterher.

Ministerin kontert

Sozialministerin Korinna Schumann hält dagegen und verspricht Stabilität trotz knapper Kassen. Ihre klare Botschaft: "Wenn der Druck steigt, darf sich der Staat nicht zurückziehen." Arbeit sei weit mehr als nur Einkommen – sie bedeute "Würde, Teilhabe, Anerkennung".

Die Regierung setze gezielt auf Unterstützung für besonders Betroffene: "Mit konkreten Maßnahmen, Qualifizierung und neuen Chancen schaffen wir Perspektiven."

AMS im Dauereinsatz

Auch das AMS Wien versucht gegenzusteuern. Geschäftsführer Winfried Göschl betont den Einsatz seiner Teams in der Stadt: "130 Unternehmens-Profis des AMS Wien [sind] … unterwegs zu mehr als 2.200 Wiener Betrieben". Ziel: Firmen motivieren, auch ältere Arbeitslose einzustellen. Doch selbst er räumt ein: "In allen Fällen lässt sich Langzeitarbeitslosigkeit aber nicht verhindern".

2.000 Jobsuchende, ein Hoffnungsschimmer

Die Jobmeile selbst zeigt, wie groß der Bedarf ist: Rund 2.000 Arbeitssuchende treffen auf Angebote von etwa 25 Organisationen. Die Caritas allein betreibt in Wien 19 Projekte – mit tausenden Betroffenen in Beratung und Beschäftigung.

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