Klare Worte zum Auftakt der 15. Jobmeile mitten in der Hauptstadt: Während sich tausende Arbeitssuchende auf Jobsuche begeben, warnt die Caritas vor einer gefährlichen Entwicklung am Arbeitsmarkt: Steigende Arbeitslosigkeit und gekürzte Mittel.
Caritasdirektor Klaus Schwertner fand klare Worte bei der Eröffnung gemeinsam mit Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und AMS-Wien-Chef Winfried Göschl: "Trotz aller Bemühungen ist die Trendwende am Arbeitsmarkt vorerst abgesagt. Die Arbeitslosigkeit steigt." Besonders brisant: "Die zur Verfügung stehenden Mittel wurden bei steigendem Bedarf teilweise gekürzt und seit zwei Jahren nicht valorisiert".
Für die Caritas ist klar: Jetzt darf nicht bei den Ärmsten gespart werden. Die Forderung an die Regierung ist deutlich – mehr Geld für Arbeitsmarktpolitik, bessere Absicherung und echte Chancen für Langzeitarbeitslose. Schwertner appelliert: "Sie sollte das möglichst nicht bei arbeitslosen Menschen tun." Und weiter: "Mit dem anstehenden Doppelbudget kann und soll die Bundesregierung arbeitslosen Menschen wieder den Rücken stärken."
Der Hintergrund: Viele Betroffene rutschen mit dem aktuellen Arbeitslosengeld unter die Armutsgrenze. Österreich hinkt im internationalen Vergleich hinterher.
Sozialministerin Korinna Schumann hält dagegen und verspricht Stabilität trotz knapper Kassen. Ihre klare Botschaft: "Wenn der Druck steigt, darf sich der Staat nicht zurückziehen." Arbeit sei weit mehr als nur Einkommen – sie bedeute "Würde, Teilhabe, Anerkennung".
Die Regierung setze gezielt auf Unterstützung für besonders Betroffene: "Mit konkreten Maßnahmen, Qualifizierung und neuen Chancen schaffen wir Perspektiven."
Auch das AMS Wien versucht gegenzusteuern. Geschäftsführer Winfried Göschl betont den Einsatz seiner Teams in der Stadt: "130 Unternehmens-Profis des AMS Wien [sind] … unterwegs zu mehr als 2.200 Wiener Betrieben". Ziel: Firmen motivieren, auch ältere Arbeitslose einzustellen. Doch selbst er räumt ein: "In allen Fällen lässt sich Langzeitarbeitslosigkeit aber nicht verhindern".
Die Jobmeile selbst zeigt, wie groß der Bedarf ist: Rund 2.000 Arbeitssuchende treffen auf Angebote von etwa 25 Organisationen. Die Caritas allein betreibt in Wien 19 Projekte – mit tausenden Betroffenen in Beratung und Beschäftigung.