Lücken im Lebenslauf

Krebsdiagnose, Jobabsagen – Frau kämpft sich zurück

Die 27-jährige Vanesa aus Krems kämpfte sich nach Krebs und vielen Rückschlägen zurück – jetzt arbeitet sie fix in einer Küche in Mautern.
Victoria Carina  Frühwirth
16.04.2026, 05:15
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Vanesa Prajkova ist 27 Jahre alt, lebt in Krems und hat in ihrem jungen Alter schon mehr durchgemacht als viele andere im ganzen Leben. Zweimal erkrankte sie an Krebs, dazu kam eine Lernschwäche durch eine Entwicklungsverzögerung. Einen Platz am Arbeitsmarkt zu finden, war für die ausgebildete Konditorin deshalb alles andere als leicht.

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Lücken im Lebenslauf

Dabei war für Vanesa immer klar, wofür ihr Herz schlägt: Lebensmittel, Backen und die Arbeit in der Küche. 2020 schloss sie nach einer überbetrieblichen Lehre bei "Jugend am Werk" ihre Ausbildung ab. Doch statt in den Beruf einzusteigen, folgte die nächste schwere Zeit. Nach der Lehrabschlussprüfung wurde sie erneut von Krebs getroffen. Dazu kamen Lücken im Lebenslauf und fehlende Berufserfahrung – bei Bewerbungen oft ein harter Dämpfer.

„Es ist für mich wichtig, sich wohl fühlen und sich weiter entwickeln zu können.“
Vanesa Prajkova (27)freut sich über ihren neuen Job

Unterstützung bekam Vanesa schließlich von der Caritas Arbeitsassistenz. Gemeinsam mit Arbeitsassistentin Susanne Grieszler schrieb sie unzählige Bewerbungen. Viele blieben unbeantwortet, andere endeten mit Absagen.

Lichtblick: Praktikum bei Pflegezentrum

"Der erste Blick geht immer auf den Lebenslauf", sagt Grieszler. "Da stehen natürlich auch Lücken drinnen. Es gibt zwar einen Ausbildungsabschluss, aber kaum Berufserfahrung. Deshalb ist es sehr schwer, überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden."

Caritas Arbeitsassistentin Susanne Grieszler: "Der erste Blick geht immer auf den Lebenslauf."
Franz Gleiß

Doch Vanesa blieb dran und genau das zahlte sich aus. Im Sommer 2025 kam endlich die große Chance: Nach einer erfolgreichen Bewerbung durfte sie einen Praktikumstag in der Küche des Landespflegezentrums in Mautern (Bezirk Krems-Land, NÖ) machen. Der lief so gut, dass gleich für November ein einmonatiges Praktikum vereinbart wurde.

Erst Karotten schälen, dann Apfelstrudel

Für Vanesa war schnell klar: Hier passt es. Die Arbeit mit Lebensmitteln, das Team und das Umfeld fühlten sich richtig an. "Susanne hat mich sehr unterstützt bei der Arbeitssuche, durch sie habe ich gelernt dranzubleiben. Das hat mir sehr geholfen", erzählt Vanesa.

Auch der Einstieg im Pflegezentrum gelang. Zuerst schälte und schnitt sie Gemüse, später durfte sie schon mit einer Kollegin Apfelstrudel vorbereiten und füllen. Das Team schloss die junge Frau rasch ins Herz.

Aus Praktikum wurde Anstellung

"Das Praktikum hat gut geklappt und es war ein recht angenehmer Start. Alle sind sehr nett und freundlich hier, auch mit meinem Chef verstehe ich mich sehr gut", zeigt sich Vanesa dankbar.

Heute ist aus der Hoffnung Realität geworden: Seit Februar arbeitet die junge Frau fix in der Küche des Landespflegezentrums Mautern. Für sie bedeutet das weit mehr als nur ein Gehalt. "Es ist für mich wichtig, einen Job zu haben, um etwas verdienen zu können, sich wohl fühlen zu können, sich weiter entwickeln zu können."

Erfolgreiche Inklusion am Arbeitsplatz

Die Caritas St. Pölten macht im April mit einem Aktionsmonat auf die oft schwierige Lage von Jugendlichen und Menschen mit Beeinträchtigungen am Arbeitsmarkt aufmerksam. Seit mehr als 25 Jahren bietet die Caritas Beratung, Begleitung und Beschäftigung für Jugendliche und Erwachsene mit gesundheitlichen Einschränkungen oder mit Behinderung an. Auch Betriebe werden dabei unterstützt, berufliche Inklusion im Alltag umzusetzen.

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"Besonders betroffen sind dabei Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen bzw. mit Behinderung. Sie sind besonderen Belastungen ausgesetzt und brauchen vermehrt Hilfe und Unterstützung", sagt dazu Rudolf Dörr-Kaltenberger, Fachbereichsleiter der Beruflichen Inklusion der Caritas St. Pölten.

Vanesa hat ihren Platz jetzt nach mehreren Rückschlägen gefunden und zeigt als Arbeitskraft im Pflegezentrum, dass echte Inklusion gelingen kann.

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