"Ich kann mir nicht mehr leisten, in die Arbeit zu fahren." Dieser Satz bringt derzeit auf den Punkt, was viele Pendler in Österreich beschäftigt. Die Teuerung trifft sie besonders hart – vor allem beim Sprit. Der tägliche Weg in die Arbeit wird für immer mehr Menschen zur finanziellen und psychischen Belastung.
Vor allem in den Flächenbundesländern spitzt sich die Lage zu. Wer am Land lebt, ist meist auf das Auto angewiesen – Alternativen gibt es keine. Genau dort schlagen die Spritpreise jetzt voll durch. Trotz Mini-Senkung liegen sie auf einem "unleistbaren" Niveau. Tanken wird zum Kostenfaktor, der sich Woche für Woche stärker bemerkbar macht.
Wie ernst die Situation bereits ist, zeigt ein konkreter Fall aus Niederösterreich. Ein Pendler aus dem Waldviertel, der täglich rund 120 Kilometer einfache Strecke nach Wien fährt, steht finanziell mit dem Rücken zur Wand.
Er schilderte seine Lage gegenüber Josef Hager offen: "Ich kann mir nicht mehr leisten, in die Arbeit zu fahren – ich gehe lieber zum AMS." Eine Aussage, die bei Josef Hager – dem Sprecher für Niederösterreich und Bundesobmann-Stellvertreter der Pendlerinitiative Österreich – die Alarmglocken schrillen lässt.
"Über die Hälfte des Spritpreises sind Steuern. Die müssen runtergesetzt werden", fordert er nun gegenüber "Heute". Zwar werde das zuletzt beschlossene Entlastungspaket begrüßt, doch aus seiner Sicht reicht das nicht aus. "Ein bissl mehr geht immer", so Hager. Konkret fordert er eine spürbare Entlastung: "20 bis 30 Cent wären machbar."
Die Angst vor weiter steigenden Kosten ist groß. "Manche Prognosen gehen bis zu 3 Euro pro Liter", warnt Hager. Für viele Pendler wäre das endgültig nicht mehr leistbar. Entsprechend klar ist seine Forderung: "Der Staat muss Pendler entlasten." Auch politische Diskussionen sorgen zusätzlich für Unsicherheit.
Eine Abschaffung des Pendlerpauschales sei aktuell "eher kein Thema", stellt Hager klar. Stattdessen brauche es gezielte Maßnahmen, um Pendler rasch zu entlasten.