Klimaschutz

Antarktis – Klimawandel bedroht Kaiserpinguine

Kaiserpinguine leiden stark unter dem Verschwinden von Meereis in der Antarktis. Sie könnten bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein.

Lydia Matzka-Saboi
Schmilzt das antarktische Eis weiterhin in einem so rasanten Tempo, dann steht es schlecht um die Kaiserpinguine: Sie könnten bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein.
Schmilzt das antarktische Eis weiterhin in einem so rasanten Tempo, dann steht es schlecht um die Kaiserpinguine: Sie könnten bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein.
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Schmilzt das antarktische Eis entsprechend den aktuellen Vorhersagen, steht es schlecht um die Kaiserpinguine: Sie könnten bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein.

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des British Antarctic Survey (BAS) führte das starke Schmelzen des Eises im vergangenen Jahr zum Tod aller Küken in vier von fünf Kolonien in der Bellingshausensee. Satellitenbilder zeigten, dass die von Pinguinen als Brutstätten verwendeten Eisflächen verschwunden waren, bevor die Küken ihr wasserdichtes Gefieder ausbilden konnten.

Der völlige Brutausfall sei eine direkte Folge des beispiellosen Verlusts an Meereis, der in den vergangenen Jahren in der Region aufgrund des Klimawandels zu verzeichnen war, heißt es in der Studie. Die im Fachjournal "Communications Earth & Environment" veröffentlichten Ergebnisse untermauern dem Team um Peter Fretwell vom British Antarctic Survey (BAS) zufolge Vorhersagen, laut denen bei andauernder Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts 90 Prozent aller Kaiserpinguinkolonien so gut wie ausgestorben sein dürften.

Ausdehnung des Meereises im Allzeittief

Kaiserpinguine werden mehr als einen Meter groß und sind die am südlichsten lebende Pinguinart. Sie sind die meiste Zeit des Jahres, von April bis Jänner, auf stabiles Meereis angewiesen, das mit dem Festland verbunden ist. Ihre Eier legen sie zwischen Mai und Juni. Es dauert 65 Tage, bis die Küken schlüpfen. Flügge werden sie aber erst im Dezember und Jänner – dem arktischen Sommer.

Im November 2022 erreichte die Ausdehnung des Meereises in der Antarktis wie schon im Jahr zuvor ein Allzeittief. Am stärksten betroffen war die zentrale und östliche Region der Bellingshausensee, wo das Eis komplett verschwand. In den fünf dort betrachteten Kolonien brüten den Angaben zufolge jeweils etwa 630 (Rothschild Island) bis 3.500 Paare (Smyley Island). Insgesamt gibt es Dutzende Kolonien mit Hunderttausenden Tieren in der antarktischen Region. Schmilzt das antarktische Eis weiterhin in einem so rasantem Tempo, dann steht es schlecht um die Kaiserpinguine: Sie könnten bis zum Ende des Jahrhunderts ausgestorben sein.

    Die eisige Weite der Antarktika erstreckt sich über 13,2 Millionen Quadratkilometer und ist somit der fünftgrößte Kontinent der Erde.
    Die eisige Weite der Antarktika erstreckt sich über 13,2 Millionen Quadratkilometer und ist somit der fünftgrößte Kontinent der Erde.
    Getty Images/iStockphoto