Mitten in der Nacht auf Sonntag fällt im Tiergarten Schönbrunn ein tödlicher Schuss – doch niemand hört ihn. Erst Stunden später wird die grausame Tat entdeckt: Eine junge Hirschziegenantilope liegt tot in ihrem Gehege, mitten unter ihrer Herde.
Schnell ist klar, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. Das Tier wurde gezielt erschossen, vermutlich gegen 3 Uhr früh. Wie es dazu kommen konnte, ohne dass jemand etwas bemerkt, wird zum zentralen Rätsel für die Ermittler.
Der entscheidende Hinweis liegt genau in dieser Stille. Weder der Nachtdienst noch andere Mitarbeiter hörten in der Nacht einen Knall – ein Umstand, der für die Ermittler kaum anders erklärbar ist als mit einem Schalldämpfer – berichtet die "Kronen Zeitung". Auch Videoaufnahmen aus dem Gehege sollen zeigen, wie das Tier plötzlich zusammenbricht. Kein Aufschrecken, keine Flucht – ein Bild, das für einen präzisen und lautlosen Treffer spricht.
Mit jedem Detail verdichtet sich der Verdacht: Der Schütze war kein Zufallstäter. Neben dem Schalldämpfer dürfte auch ein Nachtsichtgerät im Einsatz gewesen sein, um das Tier in völliger Dunkelheit überhaupt anvisieren zu können. Gerade bei scheuen Tieren wie diesen Antilopen wäre ein gezielter Schuss ohne technische Hilfe kaum möglich. Für die Ermittler ergibt sich damit das Bild eines Täters, der vorbereitet und mit entsprechender Ausrüstung vorging.
Hinweise deuten zudem darauf hin, dass der Täter das Zoogelände gar nicht betreten musste. Vielmehr könnte der Schuss von außerhalb gefallen sein – etwa von einer erhöhten Stelle mit direkter Sicht ins Gehege. Das würde nicht nur Planung und Ortskenntnis voraussetzen, sondern auch eine klare Auswahl des Tatorts. Der Täter hätte sich damit einen regelrechten "Hochstand" gesucht.
Nach der Tat wurden im Tiergarten umgehend Konsequenzen gezogen. Die Nachtwachen wurden verstärkt, zusätzliche Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um weitere Vorfälle zu verhindern.
Während die Kripo weiter nach dem Täter sucht, bleibt vor allem ein Eindruck: Hier hat jemand mit erschreckender Präzision und Vorbereitung zugeschlagen. Ein Schuss, den niemand hört - und ein Täter, der wirkt wie ein Profi. Genau das macht den Fall so unheimlich.