Nach Podest-Entscheidung

"Anwälte am Telefon" – F1 versinkt im Strafen-Chaos

Der Formel 1 droht ein echtes Strafen-Chaos. Nachdem Pierre Gasly seinen Stockerlplatz am grünen Tisch zurück erhielt, schäumt die Konkurrenz.
Sport Heute
12.06.2026, 17:45
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In der Formel 1 geht es so richtig rund. Ausschlaggebend ist eine Entscheidung der FIA-Stewards, dass Alpine-Fahrer Pierre Gasly seinen dritten Platz vom Formel-1-Grand-Prix von Monaco nun doch zurückerhält. Zur Erinnerung: Der Franzose war eigentlich sensationell auf den dritten Rang gefahren, hatte diesen aber nachträglich nach zwei verhängten Fünf-Sekunden-Zeitstrafen – jeweils wegen einer minimalen Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse – verloren, war auf den siebten Platz zurückgereiht worden.

Sein Rennstall Alpine ging dagegen aber vor, beanspruchte ein sogenanntes "Right of Review", konnte also neue Beweise vorlegen. Die Stewards nahmen beide Zeitstrafen nun zurück. Mittlerweile sickerte durch, dass die Boxengasse ungenau vermessen worden war. Das Abschneiden einer Linkskurve in der Boxeneinfahrt, das erlaubt ist, hatte dafür gesorgt, dass zwischen zwei im Boden versenkten Schleifen eine zu geringe Distanz gefahren wurde, deshalb die Durchschnittsgeschwindigkeit als zu hoch angegeben worden war.

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Folgt Protest?

Während Alpine und Gasly jubelten, hat Isack Hadjar im Red Bull sein Stockerl verpasst. Auch Oscar Piastri im McLaren und die Racing-Bulls-Fahrer Liam Lawson und Arvid Lindblad verloren jeweils eine Position. Medienberichten zufolge wollen nun Red Bull und McLaren gegen diese Entscheidung Protest einlegen. Dafür besteht eine 96 Stunden andauernde Frist.

Und auch Mercedes will gegen die Entscheidung der Rennkommissare vorgehen, wie Teamchef Toto Wolff erklärte. Fahrer George Russell ist zwar nicht direkt von der Gasly-Entscheidung betroffen, allerdings hatte Russell ebenso eine Zeitstrafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse erhalten, diesen Fünf-Sekunden-Penalty wollte der Brite bei einem Boxenstopp absitzen, dies geschah aber nicht regelkonform, was zu einer Durchfahrtsstrafe führte. Russell landete so auf Rang zwölf, außerhalb der Punkteränge.

Telefonat mit Anwälten

"Für uns wäre es ein komplett anderer Rennausgang geworden. Ob er das Podest erreicht hätte, oder nicht, ist nicht klar. Aber ein anderer Rennausgang hätte auch Auswirkungen auf die Fahrer-Weltmeisterschaft", so der Mercedes-Teamchef. Dabei gehe es nicht darum, gegen Gaslys Stockerlplatz Protest einzulegen, meinte Wolff. "Aber wir würden uns wünschen, dass die FIA prüft, welche Möglichkeiten es für George gibt. Ich bin gerade von einem Telefonat mit unseren Anwälten gekommen, um zu besprechen, was wir für George tun können", sagte der Mercedes-Teamchef. Er wisse aber, dass ein derartiger Protest nur wenig Chancen auf Erfolg habe.

Ähnlich sah es auch Racing-Bulls-Boss Peter Bayer im "ORF". "Ich denke, dass wir es sportlich nehmen müssen, auch wenn die Entscheidung schwierig zu akzeptieren ist. Andere haben Strafen bekommen, die abgesessen. Wir haben uns angepasst, weil wir erkannt haben, was das Problem ist, wir haben die Autos verlangsamt. Ich hoffe nicht, dass das Tür und Tor öffnet, dass man nach jedem Wochenende versucht, einen Fehler zu finden. Das finde ich nicht richtig", so Bayer. Sein Team werde wohl nicht protestieren. "Wir haben nicht so viele Anwälte wie der Toto", schmunzelte er.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.06.2026, 21:57, 12.06.2026, 17:45
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