Apple hat auf der WWDC-Keynote am Montagabend endlich geliefert, was schon vor zwei Jahren versprochen wurde: eine grundlegend verbesserte Siri mit echtem Kontextverständnis. Die neue "Siri AI" setzt auf Googles Gemini-Modelle und kann nun längere Gespräche führen sowie sich an früheren Unterhaltungen erinnern.
Das System greift tief in iPhone, iPad und Mac ein. Siri nutzt den semantischen Index von Spotlight, um Dateien, Mails, Fotos und Chats sofort zu finden und in Gespräche einzubinden. Die Konversationen werden über iCloud synchronisiert und sind auf allen Geräten verfügbar.
Wie "macwelt.de" berichtet, kann Siri AI nun auch verstehen, was der Nutzer gerade auf dem Bildschirm sieht. Die Visual Intelligence analysiert nicht nur Fotos, sondern auch die aktuelle Umgebung über die iPhone-Kamera. Bei der Vorstellung habe sich Apple fast auf die Zunge beißen müssen, um keine smarten Brillen zu erwähnen.
Für Nutzer in Österreich und der gesamten EU gibt es allerdings schlechte Nachrichten: Siri AI wird zunächst nicht verfügbar sein. Apple hat der EU einen Plan zur Implementierung vorgelegt, doch nach Ansicht der Behörden müsste Apple jedem anderen KI-Anbieter den gleichen Zugang zu privaten Nutzerdaten gewähren.
Apple hat eine zusätzliche Schnittstelle entwickelt, die anderen virtuellen Assistenten den gleichen Datenzugriff wie Siri AI ermöglichen würde. Die EU hat diese Maßnahmen jedoch abgelehnt. Schon bei der Einführung von Apple Intelligence ging der Konzern ähnlich vor – erst später wurden die Funktionen auch auf iPhones und iPads in der EU freigeschaltet.
Bemerkenswert: Apple bricht mit seinen eigenen Grundsätzen bei der Fotobearbeitung. Bisher sollten Fotos die Realität abbilden, Deep Fakes waren tabu. Nun liefert iOS 27 generative Hintergrundfüllung und erlaubt lebensechte Bilder mit echten Personen in Image Playgrounds.
Siri AI läuft auf allen Geräten, die schon jetzt Apple Intelligence unterstützen: iPhone ab dem Modell 15 Pro sowie Macs und iPads mit M1-Chip oder neuer. Zum Start funktioniert das System nur auf Englisch, weitere Sprachen sollen folgen. Wann die EU-Nutzer in den Genuss der neuen Funktionen kommen, bleibt offen.