Die WWDC 2026 war politisch wie nie zuvor. Apple-Software-Chef Craig Federighi verkündete schlechte Nachrichten für Nutzer in der EU: Die neuen Siri-AI-Features werden wegen regulatorischer Einschränkungen vorerst nicht verfügbar sein.
Die EU-Kommission reagierte prompt und deutlich. Doch technisch betrachtet könnte die ganze Aufregung am eigentlichen Problem vorbeigehen.
Denn wie "macwelt.de" erklärt, sind Apple Intelligence und Siri AI nur so nützlich, wie der Spotlight-Index reicht. Und genau hier gibt es einen blinden Fleck: WhatsApp, der mit Abstand beliebteste Messenger im deutschsprachigen Raum, sperrt sämtliche Chat-Inhalte von der iPhone-Suche.
76 Prozent der Deutschen nutzen WhatsApp. Auf Platz zwei folgt der Facebook Messenger mit 27 Prozent, FaceTime liegt bei 17 Prozent. Apples iMessage landet erst auf Platz sieben. Die Situation in Österreich dürfte ähnlich sein.
Das Problem: Damit Siri AI auf App-Inhalte zugreifen kann, müssen Entwickler ihre Apps entsprechend anpassen. WhatsApp tut das nicht. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist zwar bei beiden Messengern gleich, doch nur iMessage erlaubt die Indexierung durch Spotlight.
Selbst wenn Apple und die EU alle Differenzen beilegen würden, steht und fällt die Nützlichkeit von Siri AI mit der Unterstützung großer Drittanbieter wie Meta. Ob der Konzern hinter WhatsApp, Facebook und Instagram seine Apps für Apples KI öffnet, bleibt mehr als fraglich.
Für iPhone-Nutzer in Österreich bedeutet das: Die wichtigsten Nachrichten und Verabredungen des Alltags werden für Siri AI unsichtbar bleiben – egal, ob die EU-Regulierung gelöst wird oder nicht.