Der neue KI-Assistent Siri AI sorgt für heftigen Streit zwischen Apple und der EU-Kommission in Brüssel. Der iPhone-Konzern hatte bei seiner Entwicklerkonferenz angekündigt, dass Siri AI zwar auf Mac-Computern, aber nicht auf iPhones und iPads in der EU verfügbar sein wird.
Als Grund nannte Apple das EU-Gesetz für digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA). Dieses schreibt vor, dass Apple sein Betriebssystem für andere Anbieter öffnen muss – Siri AI darf also nicht der einzige KI-Assistent auf iPhones sein.
Wie "macwelt.de" berichtet, hat die Europäische Kommission nun auf Apples Vorwürfe reagiert. Ein Sprecher wies die Darstellung zurück, Apple könne wegen EU-Gesetzen keine neuen Produkte einführen. "Absolut nichts" verbiete dem Konzern, Siri AI in der EU anzubieten.
Apple argumentiert, dass andere Anbieter durch die Öffnung Zugriff auf persönliche Daten der Nutzer erhalten würden. Der Konzern habe einen "Trusted System Agent" als Lösung vorgeschlagen sowie einen 18-monatigen Entwicklungsplan präsentiert.
Der Kommissionssprecher konterte scharf: Apple sei "schlicht nicht in der Lage" gewesen, einen geeigneten Vorschlag vorzulegen. Stattdessen habe der Konzern um eine mindestens eineinhalbjährige Ausnahme von den Regeln gebeten. Die klare Antwort: "Das kommt nicht infrage. EU-Recht ist nicht verhandelbar."
Apple streitet seit Jahren mit der Kommission über die EU-Regeln. Im vergangenen Jahr verhängte Brüssel eine Strafe von 500 Millionen Euro gegen den US-Konzern. Apple zog dagegen vor Gericht und forderte sogar, das Gesetz für digitale Märkte komplett abzuschaffen.
Interessant: In der gleichen Keynote erwähnte Apple, dass Siri AI auch in China wegen regulatorischer Bedenken nicht verfügbar sein wird - allerdings ohne vergleichbare öffentliche Kritik an den dortigen Behörden.