Die Arbeitslosenzahlen in Vorarlberg sind zu Jahresbeginn deutlich nach oben gegangen. Mit einem Zuwachs von 7,2 Prozent verzeichnet das westlichste Bundesland den stärksten Anstieg in ganz Österreich. Ende Jänner waren exakt 11.474 Personen beim AMS Vorarlberg arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem Plus von 767 Personen im Vergleich zum Vorjahr.
In keinem anderen Bundesland fiel der Anstieg stärker aus. Gleichzeitig liegt die Arbeitslosenquote in Vorarlberg bei 6,1 Prozent und ist damit bundesweit der drittniedrigste Wert. Österreichweit beträgt die Quote 8,3 Prozent.
Ein Grund für die Entwicklung liegt in der wirtschaftlichen Lage. Die Exportindustrie gilt in guten Zeiten als große Stärke. Wenn jedoch die Nachfrage abflaut und globale Krisenherde dominieren, wird sie zur Schwachstelle. AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter weist darauf hin, dass auch die Wirtschaft in Deutschland nicht in Schwung ist – dem wichtigsten Handelspartner hierzulande.
Unterschiedlich entwickelt sich die Lage bei den Altersgruppen. Positiv ist laut Bereuter die Situation bei Jugendlichen unter 25 Jahren. Hier ist die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 5,8 Prozent auf 1.411 Personen zurückgegangen.
Deutlich schwieriger ist die Lage hingegen bei älteren Arbeitssuchenden. In der Altersgruppe 50 plus stieg die Zahl der Arbeitslosen um 16,2 Prozent. "Das ist kein kurzfristiger Effekt, sondern ein Hinweis struktureller Herausforderungen. Es braucht jetzt verstärkte Anreize für Betriebe, erfahrene Arbeitskräfte zu halten und einzustellen", betont Bereuter.
Um gegenzusteuern, setzt das AMS auf individuelle Beratung und eine enge Kooperation mit den Betrieben. Ein zentrales Instrument ist die Aktion 55+, die Betriebe mit einer Lohnkostenförderung bei der Einstellung und Einarbeitung arbeitsloser Menschen ab 55 Jahren unterstützt.