Das Produktions- und Verpackungswerk von Ardo Austria Frost in Groß-Enzersdorf soll 2027 zusperren, 190 Mitarbeiter und 50 Leiharbeitskräfte sind direkt von der Schließung betroffen.
Laut der nö. Landwirtschaftskammer treffe das Aus auch den Gemüsebau im Marchfeld mit voller Wucht: Rund 500 Mitgliedsbetriebe der Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse sind Teil einer über Jahrzehnte aufgebauten Wertschöpfungskette.
Allein 2025 wurden rund 40.000 Tonnen Rohware (u.a. Erbsen, Karotten, Spinat) mit einem Warenwert von rund 18,5 Mio. Euro an Ardo geliefert.
"Hinter der geplanten Schließung stehen Menschen, Familien und persönliche Lebensgeschichten", so Stadtchefin Monika Obereigner-Sivec (SP). Dieter Dorner (FP) kritisiert die Bundesregierung, spricht von einem "Desaster für Mitarbeiter und Bauern. Zudem gibt es bald kein Marchfelder Gemüse mehr im Supermarkt".
"Auf Basis einer umfassenden Analyse des Investitionsbedarfs, der Kostensituation und des Marktpotenzials" müsse Ardo (Anm.: auf Tiefkühlgemüse, Kräuter und Obst spezialisiert) sein Werk schließen, hieß es letzte Woche in einer Mitteilung.
Das Werk im Marchfeld sei in die Jahre gekommen und würde "erhebliche Investitionen in Produktion, Verpackung, Lagerhaltung und Versorgungseinrichtungen benötigen".
Von diesem Schritt werden rund 190 Ardo-Mitarbeiter sowie rund 50 Leiharbeitskräfte bei der Ardo Austria Frost GmbH betroffen sein. Ausgenommen sind Mitarbeiter im Vertrieb und im Vertriebsinnendienst, die in "einem neuen, noch festzulegenden Standort in der Region von Wien" unterkommen sollen.
Werksleiter Christian Karwen sagte: "Es ist uns wichtig, in der kommenden Zeit gemeinsam mit dem Betriebsrat einen Sozialplan für die rund 190 betroffenen Ardo-Mitarbeitenden auszuarbeiten, der soziale Kriterien berücksichtigt und den beabsichtigten schrittweisen Auslauf der Aktivitäten hier in Österreich unterstützt."
Die Gewerkschaft PRO-GE drängt jedenfalls auf einen raschen Sozialplan und eine Arbeitsstiftung für die Betroffenen.