Ein anspruchsvoller Nachteinsatz hat die Bergrettung am Samstagabend am Gippel bei St. Aegyd (Bezirk Lilienfeld) gefordert. Ein Wanderer hatte sich gemeinsam mit seinem Hund östlich des Gipfels in extrem steilem und felsdurchsetztem Gelände verstiegen.
Um 18.46 Uhr wurden die Bergrettungsortsstellen St. Aegyd und Hohenberg alarmiert. Der Mann befand sich laut Bergrettung in akuter Absturzgefahr.
Nach einer längeren Zufahrt machten sich fünf Bergretter bereits bei Dunkelheit auf den Weg. Zwei Mitglieder stiegen als Voraustrupp ins Steilgelände auf, während ihre Kollegen das benötigte Einsatzmaterial transportierten.
Schließlich konnte der Wanderer oberhalb einer steilen Felswand lokalisiert werden. Die Einsatzkräfte stellten dort nicht nur eine akute Absturzgefahr, sondern auch erhebliche Steinschlaggefahr fest.
Während der Rettungsaktion kam eine weitere beunruhigende Nachricht: Der Hund des Wanderers war abgestürzt. Später stellte sich jedoch heraus, dass das Tier den Sturz beinahe unverletzt überstanden hatte. Der Hund befand sich allerdings völlig verängstigt im Steilgelände.
Um den Wanderer aus seiner exponierten Lage zu holen, stieg der Großteil der Mannschaft zunächst zum Grat oberhalb der Einsatzstelle auf. Weil kein Sichtkontakt zum Mann bestand, wurden die Retter von der Einsatzzentrale per Funk zu dessen genauer Position gelotst.
Anschließend seilten sich die Bergretter über zwei Felsstufen zu dem Wanderer ab. Der Mann wurde versorgt und gesichert. Danach wurde er gemeinsam mit einem Bergretter am Doppelseil über eine rund 20 Meter hohe Felsstufe zum Wandfuß abgeseilt.
Auch die Geschichte mit dem abgestürzten Vierbeiner nahm ein gutes Ende: Durch die Zurufe seines Besitzers kam der sichtlich verschreckte Hund schließlich selbstständig zurück.
Damit war der Einsatz allerdings noch nicht vorbei. Gemeinsam mit dem geretteten Wanderer mussten die Bergretter einen längeren und steilen Abstieg bis zum Einsatzfahrzeug bewältigen.
Erst um 0.14 Uhr war der Nachteinsatz beendet – rund fünfeinhalb Stunden nach der Alarmierung. Insgesamt standen acht Bergretterinnen und Bergretter der Ortsstellen St. Aegyd und Hohenberg sowie zwei Polizeibeamte im Einsatz.