Alarm in Vorarlberg: In Lustenau sind erstmals in Österreich Nester der Asiatischen Hornisse entdeckt worden, das berichtet der ORF. Die invasive Art gilt als große Gefahr für heimische Insekten und sorgt nun auch hierzulande für Aufruhr.
Gefunden wurden die Nester in einem Baucontainer auf dem Gelände eines Transportunternehmens. Während eines noch leer war, lebte im zweiten bereits ein Hornissenvolk. Das Nest wurde inzwischen entfernt, die Tiere wurden getötet.
Besonders brenzlig wurde die Situation für einen Mitarbeiter der Firma. Als er sich einem der Nester näherte, wurde er sofort am Kopf gestochen. Weil er danach über Kreislaufbeschwerden klagte, musste ein Notarzt verständigt werden. Der Container wurde daraufhin verschlossen.
Ein hinzugezogener Imker entdeckte schließlich ein weiteres Nest, in dem sich bereits Nachwuchs befand, so der ORF. Experten in Wien bestätigten anschließend den Verdacht: Es handelt sich tatsächlich um die Asiatische Hornisse.
Damit wurde erstmals in Österreich ein Nestbau dieser eingeschleppten Art nachgewiesen. Zwar war bereits im April 2024 ein einzelnes Tier in Salzburg entdeckt worden, damals fanden Experten jedoch kein weiteres Nest.
Für gesunde Menschen sind die Stiche der Asiatischen Hornisse nicht gefährlicher als jene heimischer Wespen oder Hornissen. Problematisch kann es aber für Allergiker werden. Außerdem verteidigen die Tiere ihre Nester aggressiv, wenn man ihnen zu nahe kommt.
Die eigentliche Gefahr betrifft jedoch die Natur. Die Asiatische Hornisse jagt andere Insekten und hat es besonders auf Honigbienen abgesehen. Diese machen einen Großteil ihrer Beute aus. Bei starkem Auftreten können sogar ganze Bienenvölker geschwächt oder vernichtet werden.
Wie schnell sich die Art ausbreiten kann, zeigt ein Blick nach Frankreich. Dort wurde die Asiatische Hornisse 2004 erstmals nachgewiesen. Bereits vier Jahre später gab es mehr als 1.000 Nester.
Ein Grund dafür ist ihre enorme Vermehrung. In einem einzigen Nest können am Ende der Saison bis zu 500 Jungköniginnen entstehen. Das ist etwa zehnmal so viel wie bei europäischen Hornissen.
Das Land Vorarlberg ruft nun Bevölkerung und Imker zu besonderer Aufmerksamkeit auf. Sichtungen sollten möglichst mit Fotos oder Videos dokumentiert und gemeldet werden.
Wichtig: Experten raten dringend davon ab, die Tiere selbst zu fangen oder Nester eigenständig zu entfernen. Die Asiatische Hornisse kann leicht mit der geschützten Europäischen Hornisse verwechselt werden. Zudem verteidigen die Tiere ihr Nest geschlossen, wodurch mehrere Stiche drohen.