Nest muss gefunden werden

Asiatische Hornisse – Nun läuft Experten die Zeit davon

In Tirol läuft die Suche nach einem Nest der Asiatischen Hornisse auf Hochtouren. Denn im Herbst könnte das Volk Hunderte Königinnen hervorbringen.
Österreich Heute
27.08.2026, 12:35
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In Kössen im Bezirk Kitzbühel läuft die Zeit davon: Seit Dienstag suchen Imker und Experten des Landes Tirol nach dem Nest der Asiatischen Hornisse. Fünf bis zehn Exemplare der invasiven Art wurden bereits entdeckt. Jetzt soll das Nest gefunden werden, bevor sich die Tiere im Herbst vermehren.

Nest bereits auf 100 Meter eingegrenzt

Die Suche gestaltet sich aufwendig. Die Experten fangen einzelne Hornissen, markieren sie und beobachten anschließend, wie lange sie bis zu ihrem Nest zurückfliegen. Auch die Flugrichtung wird verfolgt.

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"Wir konnten den Bereich, wo wir das Nest vermuten, auf circa 100 Meter Radius eingrenzen", sagt Andreas Tschöll, Leiter des amtlichen Pflanzenschutzdienstes Tirol im ORF.

Für die Suche wird jede Minute wichtig. Denn im September und Oktober beginnt die Bildung der Geschlechtstiere. "Das heißt die Männchen und die Jungköniginnen", erklärt Tschöll. Davon könnten mehrere Hundert entstehen.

Zahlreiche neue Königinnen drohen

Das Problem: Die Jungköniginnen überwintern und können im kommenden Jahr neue Völker gründen. Gelingt es also nicht, das Nest rechtzeitig aufzuspüren und zu beseitigen, könnte sich die Asiatische Hornisse weiter ausbreiten.

Auch Thorsten Schwerte, Leiter des Instituts für Zoologie an der Universität Innsbruck, sieht die Suche deshalb als entscheidend an. Noch sei die Situation in Österreich vergleichsweise günstig. Ein Blick nach Deutschland und Frankreich zeige allerdings, wie schnell sich das Problem verschärfen könne.

"In Deutschland oder Frankreich dagegen ist die Situation ja verheerend. Da ist das Management wahnsinnig aufwendig und es sind fürchterlich viele Nester, die dort gefunden werden", sagt Schwerte laut dem ORF.

Gefahr für Bienen und andere Insekten

Die Asiatische Hornisse ist vor allem für ihre enorme Zahl an Beutetieren problematisch. Die Völker können deutlich größer werden als jene der heimischen Hornisse. "Das können also tausende Individuen sein, die über die ganze Saison durchzufüttern sind. Und die sind natürlich eine extreme Belastung", erklärt Schwerte.

Besonders häufig stehen Honigbienen auf dem Speiseplan. Doch die invasive Art jagt auch zahlreiche andere Insekten. Laut Schwerte wurden in Studien bis zu 1.500 verschiedene Tierarten als Beute nachgewiesen.

Nicht selbst auf die Jagd gehen

Wer eine Asiatische Hornisse oder sogar ein Nest entdeckt, sollte Abstand halten und keinesfalls selbst eingreifen. Auch Wespensprays und Hornissenfallen sollen nicht eingesetzt werden. Hektische Bewegungen oder Erschütterungen in der Nähe eines Nests können gefährliche Reaktionen auslösen.

Sichtungen können beim Land Tirol, über das Portal Velutina oder bei der jeweiligen Gemeinde gemeldet werden. Ein auffälliges Merkmal der Asiatischen Hornisse sind ihre schwarzen Beine mit gelben Spitzen.

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