Derzeit sind auffallend viele Wespen unterwegs. Schuld daran ist vor allem der warme und trockene Frühling. Das erklärt Laura Waldner, Zoologin und Insektenexpertin im Landesmuseum Kärnten:
„Im Frühjahr beginnt ja die Königin, ihren Staat zu gründen und wenn es dann trocken und warm ist, dann kann sich die Brut viel leichter entwickeln. Wenn es jetzt aber extrem feucht ist und es dann wieder kalte Phasen gibt, dann sind die Völker meistens kleiner.“
Mehr Wespen sorgen auch für mehr Einsätze bei den Notärzten, erzählt Michael Obmann, Allgemeinmediziner und Sprecher der Kärntner Notärzte. Die Einsätze passieren sowohl in den Ordinationen als auch mit dem Hubschrauber: "Ich habe selbst Einsätze erlebt, wenn Bauern am Feld sind, dass das eher Erdwespenattacken sind, wenn diese Löcher aufgerissen werden. Oder auch beim Abwerfen von Altglas, dass sie sich in den Altglascontainern einnisten, wo man überhaupt nicht damit rechnet. Heuer ist auffallend, dass es mehr Patienten gab, die Wespen verschluckten oder von ihnen im Mundraum gestochen wurden."
Auch wenn es schwierig ist, solltest du Ruhe bewahren und ruhig atmen: "Durch die Beschleunigung vom Herzschlag verteilt sich das Gift schneller und das wirkt dann eher zentral, vor allem wenn man nicht weiß, ob man schon allergisch darauf reagiert oder nicht."
Die schwarz-gelb gestreiften Insekten können lästig sein, sind aber für die Natur unverzichtbar. Sie bestäuben Pflanzen und fressen Fliegen, Mücken sowie Läuse. So halten sie die Insektenpopulation im Gleichgewicht. Eigentlich wollen Wespen mit uns Menschen nichts zu tun haben. Aber Schweiß, süße Speisen und Fleisch locken sie an.
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Wenn du ein Wespennest entdeckst, rät Waldner, es einfach in Ruhe zu lassen, solange keine unmittelbare Gefahr besteht. Meistens erledigt sich das Problem von selbst. "Im Herbst ist es so, dass die Arbeiterinnen sterben und es überwintert nur die junge, befruchtete Königin, die dann im Frühjahr wieder einen neuen Staat gründet. Normalerweise kann man dann eigentlich ohne Probleme das Wespennest entfernen", so Waldner.
Manchmal ist es notwendig, Wespen umzusiedeln, zum Beispiel wenn Allergiker oder kleine Kinder in der Nähe sind. In Villach gibt es dafür finanzielle Unterstützung. Stadtrat Sascha Jabali Adeh (Verantwortung Erde) erklärt, dass so ein Umzug maximal 250 bis 260 Euro kostet, es kann aber auch weniger sein. Liegt die Rechnung unter 260 Euro, werden die Kosten sogar ganz übernommen.
Die Übersiedlung übernehmen spezialisierte Firmen. Auch Bienenzuchtvereine oder Imker können weiterhelfen. Für Zoologin Waldner ist es wichtig, dass nur Fachleute den Umzug machen und man auf keinen Fall selbst Hand anlegt. So schützt man sowohl die Tiere als auch sich selbst. In Kärnten sind übrigens nur Hornissen geschützt, Wespen nicht.