Attacke auf Sturm-Fans: Jetzt reagiert der GAK!

Eine Gruppe GAK-Fans kollidierte mit Sturm-Anhängern. Hier ist der GAK-Fanblock im Landesliga-Match gegen den FC Trofaiach zu sehen.
Eine Gruppe GAK-Fans kollidierte mit Sturm-Anhängern. Hier ist der GAK-Fanblock im Landesliga-Match gegen den FC Trofaiach zu sehen.Bild: GEPA-pictures.com
Anhänger des GAK sorgten mit einer Attacke auf Sturm-Graz-Fans für Empörung. Der Verein verfasste nun einen öffentlichen Brief.
"Wir haben ein Gewaltproblem in dieser Stadt", verkündete der Vorstand des GAK. Der Grazer Klub reagierte mit einem offenen Brief auf die Vorfälle des vergangenen Wochenendes. Nach dem Bundesliga-Topspiel zwischen Sturm Graz und Rapid Wien attackierten Anhänger des GAK vor dem Stadion in Liebenau Sturm-Fans.

Die GAK-Fans waren auf dem Rückweg von der Landesliga-Partie in Bad Radkersburg. Ein Fanbus hielt in Graz neben dem Stadion. Es kam zu hässlichen Szenen, Raufhandel, der Bus wurde beschädigt und der Lenker verletzt. Auch zwei Polizisten und ein Fan sollen Blessuren davongetragen haben. Rund 70 Beamte waren im Einsatz.

Nach dem Vorfall setzten die Randalierer ihre Fahrt fort. Die Polizei stoppte den Bus und untersuchte sämtliche Fahrgäste. Die Erhebungen sind noch im Gange.

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In Form eines offenen Briefes reagiert nun der GAK auf den Vorfall und bot eine Zusammenarbeit mit Sturm an, um dem Gewaltproblem Herr zu werden. Folgend sehen Sie den genauen Wortlaut der Aussendung, inklusive einer Auflistung der jüngsten Gewalt-Entgleisungen zwischen den rivalisierenden Fanlagern.

Der offene Brief des GAK im Wortlaut:



Offener Brief des GAK 1902 anlässlich der gewaltsamen Vorfälle in der Grazer Fußballszene.

Der GAK 1902 distanziert sich entschieden von den gewaltsamen Ausschreitungen die sich am vergangenen Wochenende vor dem Liebenauer Stadion abgespielt haben. Der Vorstand wird nach

Abschluss der Ermittlungen gegen jene Personen, die sich an den Gewalttätigkeiten beteiligt haben die entsprechenden Schritte einleiten und auch Hausverbote verhängen.

Der Vorfall reiht sich in eine Vielzahl von Gewaltexzessen und kriminellen Handlungen zwischen den beiden Fangruppen ein, die an Anzahl und Brutalität stetig zunehmen. Um das Ausmaß des Problems für die Öffentlichkeit begreifbar zu machen, versuchen wir hier eine Auflistung der schwersten Vorfälle der letzten Jahre zu erstellen:

- 11.08.2012: Fans des SK Sturm überfallen am Hasnerplatz einen Bus der GAK- Fans, die von einem

Auswärtsspiel in Kapfenberg zurückkehren. Zahlreiche Businsassen- darunter ein Pensionist- werden

verletzt.

- 6.12.2014: Fans des SK Sturm überfallen die Weihnachtsfeier eines GAK- Fanclubs im Cafe "Skurril" in

der Grazer Heinrichstraße. Sie verletzen dabei den Inhaber des Lokals und einen Angestellten. Es

entsteht ein Sachschaden von mehreren tausend Euro.

- Juli 2016: Zwei GAK- Fans entwenden im Liebenauer Stadion ein Transparent des Fanklubs "Grazer

Sturmflut". Hier beginnt nun eine Reihe extremer Gewalttaten:

- Noch am gleichen Tag wird ein GAK- Fan vor seinem Haus von mehreren Vermummten überfallen und

zusammengeschlagen.

- Auf der "Suche" nach dem Transparent lauern Vermummte der Mutter eines GAK- Fans vor ihrem Haus

auf und nötigen sie ihre Garage durchsuchen zu lassen.

- 12.8.2016: Vor dem "Club 1902" ist eine Fangruppe des GAK mit der Anfertigung einer Choreographie

beschäftigt. Sie werden von 20-30 Vermummten überfallen. Es gibt diverse leichte Körperverletzungen.

Eine geraubte Fotoausrüstung wird in den folgenden Tagen wieder zurückgegeben.

- 22.10.2016: Eine Gruppe von sieben GAK- Fans wird im Univiertel von ca. 30 Vermummten überfallen.

- 17.12.2016: Überfall auf eine GAK-Weihnachtsfeier vor einem Lokal in der Abraham a Santa ClaraGasse

in Graz. Erneut ausgeführt von ca. 30 Vermummten

- 25.8.2017: Bei der Rückkehr vom Auswärtsspiel in St. Anna wird ein Bus, besetzt mit 28 Anhängern,

Mitarbeitern und Vorstandsmitgliedern des GAK, vor der Grazer Hauptuniversität von den üblichen 20

vermummten Sturmfans überfallen. Es gibt mehrere Verletzte. Darunter ein Vorstandsmitglied des GAK

1902 (Rissquetschwunde) und ein Mitarbeiter des GAK 1902 (Nasenbeinbruch). Der älteste Verletzte ist

65 Jahre alt. –(Auffallend ist, dass hier, wie bereits beim Überfall am Hasnerplatz, nicht der reine

"Kurvenbus" ausgewählt wurde, sondern jener, der allen Interessierten eine Mitfahrgelegenheit

bietet.) Den Fanpolizisten, die den Bus begleiteten, gelingt es einen der maskierten Angreifer

festzunehmen. Er wird wegen diverser Straftaten angezeigt.

- 4.11.2017: Auf der Rückfahrt vom Auswärtsspiel in Bad Radkersburg halten die Busse der GAK- Fans

vor dem Liebenauer Stadion, wo zwei Stunden zuvor das Spiel Sturm- Rapid zu Ende ging. Nach kurzen

Provokationen entwickelt sich eine Massenschlägerei. Ein Busfahrer wird durch einen Flaschenwurf

verletzt.

- Noch am selben Abend überfallen 30 Vermummte erneut das GAK- Lokal "Skurril" in der

Heinrichstraße. Von den 15 anwesenden Gästen werden vier verletzt; es entsteht ein Sachschaden von

8- 10.000 Euro.

Es ist keinesfalls unsere Absicht mit diesem Schreiben den SK Puntigamer Sturm wegen des Verhaltens eines minimalen Prozentsatzes seiner Anhänger zu diskreditieren. Die meisten Straftaten finden, wenn auch in loser Verbindung zum Fußball, abseits der Spiele statt. Auch soll dies keine Aufrechnung der Schuld sein. Fakt ist aber: Wir haben ein Gewaltproblem in dieser Stadt! Wir möchten daher den Vorstand des SK Puntigamer Sturm und die Vertreter der Fanpolizei dazu einladen gemeinsam mit uns an einer Entschärfung der Situation zu arbeiten.

Reden wir und handeln wir! Es soll bei Sturm und GAK nur noch um eines gehen: Um Fußball!

Der Vorstand des GAK 1902
(Heute Sport)

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