Der Attersee verliert immer mehr Wasser! Die anhaltende Trockenheit bringt einen der beliebtesten Seen Oberösterreichs in eine kritische Lage. Der Pegel liegt an der Messstelle Kammer nur noch bei 80 Zentimetern. Ende Oktober 2025 waren es noch 144 Zentimeter, Ende Februar sogar 159 Zentimeter.
Damit fehlen im Vergleich zum Vorjahr 64 Zentimeter. Und die Situation könnte sich weiter zuspitzen. Denn bei einem Pegel von 59 Zentimetern drohen laut Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) schwerwiegende Folgen für die Natur und die Wirtschaft.
Schon im August mussten die Behörden eingreifen. Der Abfluss aus dem Attersee in die Ager wurde auf 4,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde reduziert. Dadurch konnte das Absinken des Sees gebremst werden.
Doch die Maßnahme allein reicht nicht aus. "Wenn über Wochen deutlich weniger Wasser in den See zufließt, als abfließt und verdunstet, sinkt der Pegel trotz aller Maßnahmen weiter", erklärt Kaineder.
Besonders kritisch wird es, wenn der Pegel unter 59 Zentimeter fällt. Dann könnte die Wassermenge in der Ager nach der regulären Wehrbetriebsordnung im Winter auf weniger als 2,2 Kubikmeter pro Sekunde sinken. Das hätte möglicherweise dramatische Auswirkungen auf das Ökosystem.
Auch die Industrie könnte die Trockenheit zu spüren bekommen. Die Lenzing AG benötigt Wasser aus der Ager zur Kühlung ihrer Produktion. Sinkt die Wassermenge im Fluss weiter, könnten Produktionsausfälle drohen.
"Im schlimmsten Fall drohen uns nicht nur schwere ökologische Schäden bis hin zu Fischsterben. Wenn die Wasserversorgung für die Kühlung eines großen Industriebetriebs nicht mehr ausreichend gewährleistet werden kann, stehen auch Produktionsausfälle und Arbeitsplätze auf dem Spiel. Das zeigt, welche dramatischen Auswirkungen diese beispiellose Trockenheit mittlerweile haben kann", warnt Kaineder.
Der Gewässerbezirk Gmunden kontrolliert die Lage laufend. Nähert sich der Attersee der kritischen Pegelmarke von 59 Zentimetern, müssen die Fachleute erneut prüfen, ob weitere Maßnahmen notwendig sind.