Er gehört zu den erfolgreichsten Comedians im deutschsprachigen Raum: Atze Schröder. Bekannt wurde er durch die Comedy-Sendung "Alles Atze" und Filme wie "7 Zwerge – Männer allein im Wald" von und mit Otto Waalkes. Über seinen Geburtsnamen und Werdegang ist wenig bekannt – für seine Kunstfigur erfand der Comedian eine fiktive Biografie.
Mit Heute" sprach er über das neue Programm "Lovemachine", das ihn diese Woche nach Österreich führt, das Leben als Kunstfigur – und er verriet sogar ein bisschen was über den Mann hinter Atze.
"Ich war als Jugendlicher wirklich krankhaft schüchtern. Ich habe ja eine ältere Schwester und wir haben uns immer über so Typen lustig gemacht, wenn ich ehrlich bin, die so sind wie Atze Schröder. Also Typen, die eigentlich unmöglich aussehen, aber eine große Klappe haben und trotzdem damit gut klarkommen. So ist die Idee für diese Atze Schröder-Welt entstanden", erzählt der König der Proll-Comedy.
Seit drei Jahrzehnten steht er mittlerweile mit Locken-Perücke, getönter Brille und viel zu enger Hose auf der Bühne – und macht Quatsch.
"Gestern saßen drei Damen in meinem Alter, ebenso um die 60, im Publikum, schmuckbehangen, sie waren noch mal beim Friseur gewesen, also sehr seriöse, anscheinend gut situierte Damen … ich weiß noch, vor 30 Jahren saßen die auch schon vor der Bühne, aber da waren das drei Oberbitches, ne?", kann er es selbst nicht ganz glauben, wie schnell seine Karriere sich entwickelt hat.
Mit seinem neuen Programm "Lovemachine" will er seinen Fans diesmal etwas zurückzugeben: das Echte, das Vertraute, das schönste Gefühl der Welt.
"Ich weiß, bei 'Lovemachine' lesen die Männer sofort 'Sex Machine'. Es geht auch um Sex, aber es geht ganz viel um die Liebe zum Leben, es geht sogar um die Heimatliebe, wie wir als Kinder früher erzogen wurden, wie es heute ist, die Liebe zum Essen, auch zum Alkohol, und in der letzten Viertelstunde geht's halt auch sehr um die Liebe zur Musik. Es geht schon, so wie Vicky Leandros gesungen hat, um 'Du weißt, ich liebe das Leben'", sagt Atze der "Heute".
Ein Leben, weg vom Tippen, Wischen, Liken. Denn in "Lovemachine" nimmt Atze das auseinander, was wir heute Liebe nennen.
Es ist eine Absage an den digitalen Beziehungsschwindel und eine warmherzige Liebeserklärung ans Analoge. An das langsame Verlieben, an peinliches Schweigen, an Zettelchen mit "Ich liebe Dich!" Kein Kitsch. Keine Kalendersprüche – einfach nur ehrliches Feeling.
Und dass Atze trotz aller Machosprüche davon reichlich hat, hat er ja schon mehrfach bewiesen. Nicht umsonst ist sein Publikum vorwiegend weiblich.
"Das ist wirklich unglaublich. Ich bin in einem Frauenhaushalt aufgewachsen. Oma, Mutter, Schwester. Da entwickelt man wohl auch einen sehr frauenaffinen Humor. Ich könnte ja alleine mit den Sprüchen meiner Oma ein ganzes Programm gestalten. Da war ich noch klein, da sagte meine Oma mal zu mir: 'Junge, du bist so faul, du heiratest bestimmt mal eine Schwangere.'", lacht der 60-Jährige.
Heute (20. April) in Salzburg, am Mittwoch ist er mit seinem neuen Programm "Lovemachine" in der Wiener Stadthalle zu Gast. Danach stehen noch Graz (ST) und Leonding (OÖ) auf seinem Tourplan (alle Infos und -Tickets auf www.atze-schroeder.de). "So unähnlich sind die Ruhrgebiet-Leute, die Ruhries, und die Österreicher sich gar nicht. Große Klappe, aber auch großes Herz und ich fühle mich da einfach sauwohl."