US-Präsident Donald Trump hat überraschend den Bau eines Audi-Werks im US-Bundesstaat Georgia angekündigt. Anschließend holte er Audi-Chef Gernot Döllner auf die Bühne, der sich für Trumps Unterstützung bedankte.
Die VW-Tochter plant Investitionen von rund vier Milliarden Dollar und will 4500 Arbeitsplätze schaffen. Jährlich sollen 200.000 SUVs produziert werden - Baubeginn ist für 2027 geplant, der Produktionsstart Anfang der 2030er Jahre.
Doch der Auftritt sorgt für massive Empörung. VW-Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo übte laut n-tv.de scharfe Kritik: "Etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie - und dann tritt einer unserer obersten Konzernrepräsentanten auf die Bühne und betreibt aktive Wahlkampfhilfe." Wer das gesehen habe, müsse vor "Scham im Boden versinken".
Döllner habe zudem interne Audi-Richtlinien gebrochen, so Cavallo. Diese verbieten öffentliche Auftritte mit zur Wahl stehenden Politikern drei Monate vor Wahlen. Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt. Der VW-Konzernvorstand habe sich "zur Marionette in dessen Propaganda-Show machen lassen".
Auch IG-Metall-Chefin Christiane Benner findet klare Worte: Der Auftritt sei "politisch inakzeptabel", "peinlich" und "den Audianern nicht würdig". Döllner habe "eklatant" die eigenen Unternehmensregeln verletzt.
Aus der Politik kam ebenfalls Kritik. SPD-Politikerin Isabel Cademartori warf dem Konzern vor, "offensiv Wahlkampf für einen Autokraten" zu betreiben - ein "neuer Tiefpunkt für den VW-Konzern". Auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, selbst VW-Aufsichtsrat, bemängelte, dass Döllner "Teil einer politischen Inszenierung" geworden sei.
Das finale Votum über den Bau des neuen Werks steht noch aus. Die Arbeitnehmerseite will laut eigenen Angaben erst zustimmen, wenn Klarheit über die Auswirkungen auf deutsche Standorte besteht.