Für schlecht gemachte Dächer wollte ein Hausbesitzer aus Wien-Floridsdorf keine 15.000 Euro blechen, die eine Gruppe Wanderarbeiter im vergangenen November von ihm forderte.
Statt die Polizei zu rufen, fischte sich der Ex-Soldat mit Hang zur Flasche seine Glock-Pistole aus der Tiefkühltruhe und feuerte auf einen flüchtenden Dachdecker (27) – wir berichteten. Der erste Schuss traf den Mann im Knie, doch ein zweiter zerschlug in Kopfhöhe die Seitenscheibe des Fluchtfahrzeugs, weswegen wegen Mordversuchs die Handschellen klickten.
Die ebenfalls im Haus wohnende betagte Mutter des Angeklagten hatte "Heute" gegenüber erklärt, ihr Sohn sei in der Situation "einfach ausg’hagelt". Die Gruppe Handwerker, die ohne Rechnung und zu völlig überzogenen Preisen werkte, wird im Übrigen nicht strafrechtlich verfolgt. Da man sich geeinigt hatte, besteht kein Betrugsverdacht.
Der Schütze war zum Tatzeitpunkt am frühen Nachmittag bereits mit rund 1,8 Promille Alkohol im Blut durchaus bedient, bestreitet jede Tötungsabsicht. "Ich wollte ihn nicht treffen."Ab Montagmorgen wird ihm der Prozess gemacht, Geschworenen entscheiden über Schuld und Strafe – lebenslange Haft droht. Die Unschuldsvermutung gilt.