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Aufgeflogen – Website versendet negative Friseur-Tests

Neue Aufregung um das Freitesten für körpernahe Dienstleistungen: Einen Tag nach Start der neuen Maßnahme flog eine Fake-Bescheid-Seite im Netz auf.

Marlene Postl
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Das System der Corona-Tests für körpernahe Dienstleister hat Lücken.
Das System der Corona-Tests für körpernahe Dienstleister hat Lücken.
Georges Schneider Xinhua / Eyevine / picturedesk.com

Seit Montag dürfen Friseure in Österreich wieder Kunden empfangen. Voraussetzung dafür ist ein negativer Antigen- oder PCR-Test, der von den Friseuren selbst kontrolliert werden muss – als Beweis solle hier ein Bestätigungs-SMS der Teststelle reichen. Diese Maßnahme erntete viel Kritik von Seiten der Kunden und der Friseure

Ein Niederösterreicher schritt zur Tat, um gegen die Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Er erstellte kurzerhand eine Website, mit der er aufzeigen möchte, wo es seiner Meinung nach bei den neuen Corona-Maßnahmen hapert. Im Impressum der Seite schreibt er: "Eine SMS ist und darf keine Bestätigung für ein negatives Testergebnis sein. Die Kritik richtet sich an unsere Bundesregierung, welche in dieser fordernden Krise von einer Fehlentscheidung zur nächsten stolpert."

Auf dieser Seite kann man sich ein Corona-Testergebnis senden lassen.
Auf dieser Seite kann man sich ein Corona-Testergebnis senden lassen.
Screenshot

Seite versendet SMS mit "negativem Testergebnis"

Die spärlich gehaltene Seite ermöglicht es Usern, sich eine SMS mit einem Fake-Ergebnis eines Corona-Tests senden zu lassen. In der Nachricht ist ein Link enthalten, der auf eine Seite mit einem falschen Befund führt. Im Gespräch mit "Heute" erzählt der Urheber der Website, er wollte damit aufzeigen, wie einfach es sei, ein negatives Ergebnis vorzutäuschen. Wer sich eine seiner Fake-SMS senden lassen möchte, muss erst einwilligen, diese nicht missbräuchlich zu verwenden.

"Es braucht eine zuverlässigere Methode"

Der Niederösterreicher betont, die Seite sei bewusst vage gehalten und verweist darauf, dass das Wort "Corona" kein einziges Mal vorkomme. Er vertraut darauf, dass seine Website als Satire angesehen und kein Unfug damit getrieben wird. Er würde sich eine zuverlässigere Methode wünschen, um Testungen zu kontrollieren, wie beispielsweise ein zentrales Register, in dem Testergebnisse eingetragen und abgefragt werden können. 

Bislang verzeichnet die Seite nach seinen Angaben ein paar hundert Nutzer. Gegenüber "Heute" berichtet er, er plane sie wieder offline zu nehmen, sollte die Situation außer Kontrolle geraten oder die Berichtserstattung in den Medien zu negativ sein.