Influencer sorgen bei den US Open für Ärger. Kameras, Ringlichter und inszenierte Fotoshootings auf den Tribünen werden zunehmend zum Störfaktor. Bei einem Match von Tennis-Star Naomi Osaka ging das Treiben sogar so weit, dass der Schiedsrichter eingreifen und die Partie unterbrechen musste.
Während eines Ballwechsels posierte eine Gruppe Influencer lautstark in einer Loge, zusätzlich sorgte ein helles Ringlicht für Ablenkung. Schiedsrichter Kader Nouni stoppte daraufhin das Spiel und forderte die Zuschauer auf, sich hinzusetzen. Anschließend entbrannte auch in den sozialen Netzwerken eine Diskussion über das Verhalten der Content Creator.
Tennis-Star Jessica Pegula findet deutliche Worte. Zwar könne sie verstehen, dass die US Open mit Influencern neue Zielgruppen erreichen wollen, für die US-Amerikanerin wurden Grenzen aber überschritten. "Die Spieler dort unten versuchen Höchstleistungen zu bringen. Das ist ihr Beruf und ihr Job. Das wirkt ein wenig respektlos", kritisierte sie.
Der US-Tennisverband setzt bei seinem Turnier bewusst verstärkt auf Content Creator. Waren im vergangenen Jahr noch 54 von ihnen akkreditiert, sind es diesmal laut "Front Office Sports" fast 100. Ein Sprecher erklärte, Störungen seien zwar selten, die Schiedsrichter könnten bei Problemen aber jederzeit einschreiten.
Auch Daniil Medwedew betrachtet die Entwicklung kritisch. Dem früheren US-Open-Sieger gefällt die Idee nicht, das Turnier zu einem "Tennis-Disneyland" auszubauen. "Es ist immer noch ein Sport, in dem wir auf gewisse Weise um unser Leben kämpfen", stellte er klar.