Seit acht Jahren in Österreich

Aus Nigeria geflohen – Geschwistern droht Abschiebung

Acht Jahre Schule, Freunde und Zukunftspläne in Tirol – nun kämpfen zwei junge Menschen darum, in Österreich bleiben zu dürfen.
Österreich Heute
17.03.2026, 19:12
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Sie kamen als Teenager nach Österreich, gingen hier zur Schule, machten die Matura und studieren heute in Innsbruck – trotzdem dürfen für Victoria und Joseph Oshakuade wohl nicht in Österreich bleiben. Nach jahrelangem Verfahren fiel die letzte Entscheidung im Asylverfahren negativ aus.

"Bin hier erwachsen geworden"

Die Geschwister flohen vor rund achteinhalb Jahren aus Nigeria nach Österreich. Damals war Victoria 15 Jahre alt, ihr Bruder Joseph 13. Aufgewachsen sind sie in einer Unterkunft von SOS-Kinderdorf in Tirol, später besuchten sie in Innsbruck die Schule und schlossen dort auch mit der Matura ab.

Heute sind beide Anfang 20 und studieren: Joseph Betriebswirtschaftslehre, seine Schwester absolviert eine Ausbildung im IT-Bereich. Österreich sei für ihn zur Heimat geworden, sagt der 22-jährige Joseph Oshakuade zum ORF. Hier sei er erwachsen geworden, habe Freunde gefunden und sich eine Zukunft aufgebaut.

Von Abschiebung bedroht

Trotzdem wurden die Asylanträge der Geschwister nach langen Verfahren abgelehnt. "Gegen die letzte negative Entscheidung, die ein zweijähriges Einreiseverbot beinhalte, wurde eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof erhoben. Derzeit sind die beiden Geschwister von der Abschiebung unmittelbar bedroht", erklärte Rechtsberater Tim Ausserhuber vom Verein Ute Bock laut ORF.

Verfassungsgerichtshof muss entscheiden

Aus Sicht des Beraters wäre ein humanitäres Bleiberecht längst gerechtfertigt. Beide hätten die Matura, würden studieren und nebenbei arbeiten. Auch ihr langer Aufenthalt und ihre Integration in Österreich müssten berücksichtigt werden.

Zu Nigeria hätten die Geschwister inzwischen kaum mehr Bezug. Nun warten sie auf die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes – wann diese fällt, ist derzeit offen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.03.2026, 19:12
Jetzt E-Paper lesen